Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat den Ausblick für die Kreditnote des angeschlagenen US-Flugzeugbauers Boeing von «stabil» auf «negativ» gesenkt. Die Bonitätsprüfer begründeten die Entscheidung am Dienstag mit den jüngsten Berichten, wonach Boeing die US-Flugaufsicht FAA bei der Zulassung des nach zwei Abstürzen mit Startverboten belegten Krisenjets 737 Max getäuscht haben könnte. Dadurch könnte sich eine Wiederzulassung weiter verzögern. Zudem könnten Boeings Ruf, Wettbewerbsposition, Profitabilität und Finanzstärke noch stärker leiden.

Hintergrund sind brisante Textnachrichten eines Piloten, die den Eindruck erwecken, dass Boeing die FAA bei der Zertifizierung der 737 Max in die Irre geführt haben könnte. Boeings ehemaliger Bestseller darf nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten seit Mitte März nicht mehr abheben. Als entscheidende Unglücksursache gilt eine fehlerhafte Steuerungssoftware. Der Boeing-Pilot hatte gegenüber einem Kollegen bereits Monate vor der Zulassung der 737 Max über «ungeheuerliche» Probleme mit dem Steuerungsprogramm beim Test in einem Flugsimulator geklagt.

dpa hbr xx n1 hgo