Nach der Posse um die Versteigerung des Präsidentenflugzeugs haben Dutzende mexikanische Unternehmer ihre finanzielle Unterstützung für die symbolische Auktion zugesagt. Bei einem Abendessen im Nationalpalast verpflichteten sie sich zum Kauf von Lotterielosen im Wert von 1,5 Milliarden Peso (74 Mio Euro), wie Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador am Donnerstag sagte. Unter den Teilnehmern des Essens waren der Telekommunikationsmagnat Carlos Slim, der Präsident der Großbäckerei Grupo Bimbo, Daniel Servitje, und die Großaktionärin der Brauerei Modelo, María Asunción Aramburuzabala.

Zunächst hatte López Obrador das Präsidentenflugzeug verkaufen wollen. Als sich keine Interessenten fanden, dachte er über eine Versteigerung nach. Der mexikanische Staatschef verzichtet im Rahmen seiner Sparpolitik auf den Flieger, dessen Luxus aus seiner Sicht im krassen Gegensatz zur Armut steht, die in Mexiko herrscht. Der Linkspopulist reist nie ins Ausland und nutzt innerhalb Mexikos Linienflüge. Die Maschine war zu einem Preis von rund 219 Millionen Dollar (etwa 196 Millionen Euro) für seinen Vorgänger, Enrique Peña Nieto, angeschafft worden.

Die Pläne für die Auktion hatten López Obrador allerdings viel Spott eingebracht und er rückte wieder davon ab. Jetzt soll das Flugzeug nur noch symbolisch versteigert werden. Zwei Drittel der geplanten Einnahmen von drei Milliarden Peso (148 Mio Euro) sollen an die Gewinner ausgeschüttet werden, ein Drittel soll in die Unterhaltung des Fliegers bis zum Verkauf und zur Anschaffung medizinischer Geräte fließen. Die Unternehmer, die die Lose gekauft haben, können sie an ihre Mitarbeiter verteilen, für Promo-Zwecke einsetzen oder selbst weiterverkaufen. Bei der Auslosung werden dann 100 Gewinner gezogen.

dpa aso dde xx n1 hme