Londons Bürgermeister in Flughafenstreit ermahnt
London (dpa) – Im Streit um die Zukunft des Großflughafens Heathrow ist Londons Bürgermeister Boris Johnson zur Ordnung gerufen worden. Johnson befürwortet statt des Baus einer dritten Start- und Landebahn in Heathrow den Neubau eines Großflughafens an der Themsemündung. Howard Davies, der seit wenigen Tagen eine unabhängige Untersuchungskomission zu der Flughafenfrage leitet, forderte Johnson am […]
London (dpa) – Im Streit um die Zukunft des Großflughafens Heathrow ist Londons Bürgermeister Boris Johnson zur Ordnung gerufen worden. Johnson befürwortet statt des Baus einer dritten Start- und Landebahn in Heathrow den Neubau eines Großflughafens an der Themsemündung. Howard Davies, der seit wenigen Tagen eine unabhängige Untersuchungskomission zu der Flughafenfrage leitet, forderte Johnson am Sonntag auf, die Debatte nicht zu politisieren.
Der Kommission gehe es um die Standortfrage, nicht um einen Zeitplan oder politische Überlegungen, sagte Davies der Sonntagszeitung «The Observer». Davies will seinen Bericht im Jahr 2015 vorlegen. Bürgermeister Johnson befürchtet, dass London seine Bedeutung als internationaler Luftverkehrsknoten verlieren könnte. Die Kapazitäten an Europas größtem Airport sind ausgelastet, was in jüngster Zeit häufiger zu teilweisen Zusammenbrüchen geführt hat.
Tourismusfachleute haben sich unterdessen in einer Umfrage für den Ausbau von Heathrow statt eines deutliche teureren Neubaus stark gemacht. Der Ausbau ist jedoch vielen Bürgerinitiativen im Südwesten Londons ein Dorn im Auge. Sie sind bereits jetzt massiv von Fluglärm beeinträchtigt.