Warum krachte ein Passagierflugzeug kurz nach dem Start in Kasachstan in ein Haus? Die Behörden hoffen, dass die Blackbox Aufschluss darüber gibt. Viele Passagiere liegen noch immer in Kliniken. Almaty (dpa) – Nach dem Flugzeugabsturz mit zwölf Toten in Kasachstan in Zentralasien dauert die Suche nach der Unglücksursache an. Innenminister Jerlan Turgumbajew versprach am Samstag […]

Warum krachte ein Passagierflugzeug kurz nach dem Start in Kasachstan in ein Haus? Die Behörden hoffen, dass die Blackbox Aufschluss darüber gibt. Viele Passagiere liegen noch immer in Kliniken.

Almaty (dpa) – Nach dem Flugzeugabsturz mit zwölf Toten in Kasachstan in Zentralasien dauert die Suche nach der Unglücksursache an. Innenminister Jerlan Turgumbajew versprach am Samstag eine gründliche Untersuchung aller Umstände, die zu dem Unglück geführt hätten, wie kasachische Medien berichteten. Dazu gehöre auch der Zustand des Flugzeuges. Die Blackbox mit den Flugdaten sollte am Sonntag in die russische Hauptstadt Moskau gebracht und dort ausgewertet werden.

Die Maschine vom Typ Fokker-100 hatte am Freitag kurz nach dem Start an Höhe verloren und war in ein unbewohntes Haus in einer Wohnsiedlung nahe dem Airport von Almaty gekracht. Nach Angaben des Flughafens vom Wochenende verschwand die Maschine bereits eine Minute nach dem Start vom Radar. Zwei Minuten später sei Alarm ausgelöst worden. Die Behörden untersuchen, ob menschliches Versagen, ein technischer Fehler oder das Wetter schuld für das Unglück waren.

Es starben mindestens zwölf Menschen. Die Mehrzahl der fast 100 Menschen an Bord der Maschine der kasachischen Fluggesellschaft Bek Air überlebte. Viele von ihnen kamen in Krankenhäuser. Den Ärzten sei es gelungen, den Gesundheitszustand weiterer Patienten zu stabilisieren, sagte der stellvertretende Gesundheitsminister Kamalschan Nadyrow am Samstag. Sieben Menschen galten demnach als schwer verletzt, der Zustand von 42 anderen Patienten wurde als stabil bezeichnet. Viele Verletzte konnten aber wieder nach Hause.

In Kasachstan war am Samstag ein nationaler Tag der Trauer. Präsident Kassym-Schomart Tokajew bedankte sich bei Twitter für die große Anteilnahme. Bewohner eines Dorfes an der Absturzstelle hätten die Rettungskräfte mit Essen und Tee versorgt. Hunderte Menschen spendeten Blut. Das Unglück hat das Land vor den Neujahrsferien erschüttert. Viele Menschen besuchen in diesen Tagen ihre Familien.

Die Fluglinie Bek Air musste ihren Betrieb auf Anordnung der Behörden vorübergehend einstellen. Über eine mögliche Starterlaubnis soll Medienberichten zufolge frühestens am 10. Januar entschieden werden. Unterdessen boten andere Airlines zusätzliche Flüge an. Damit sollte Passagieren geholfen werden, die bereits Tickets bei Bek Air gebucht hatten. Auch die Flüge mit Fokker-100-Maschinen waren bis zur Klärung der Unglücksursache verboten. Kasachstan wird autoritär regiert.

Es handelt sich um das schwerste Flugzeugunglück seit Jahren in dem ölreichen Steppenstaat. Zuletzt starben dort bei Abstürzen 2012 und 2013 jeweils mehr als 20 Menschen.

dpa cht mau xx z2 ff