Miami (dpa) – Die amerikanische Weltraumbehörde Nasa trauert um ihren früheren Flugdirektor Christopher Kraft, der am Montag (Ortszeit) im Alter von 95 Jahren gestorben ist. In einer Mitteilung erinnerte die Nasa inmitten der landesweiten Feiern zum 50. Jahrestag der ersten Mondlandung an die wichtige Rolle, die der Raumfahrtingenieur Kraft sowohl beim gesamten Apollo-Programm als auch bei den Vorgängern Gemini und Mercury gespielt hat. «Er hat das Konzept der Missionskontrolle der Nasa geschaffen», heißt es in der Würdigung.

Amerika habe eine mit dem Tod Krafts «einen nationalen Schatz» verloren, schrieb Nasa-Chef Jim Bridenstine. «Chris war eines der wichtigsten Mitglieder des Teams, das unserer Nation geholfen hat, Menschen in den Weltraum und zum Mond zu bringen», schrieb Bridenstine. Seine «legendäre Arbeit» am Aufbau einer Missionskontrolle schon bei den ersten bemannten Raumflügen habe Amerikas «Entdeckungsreise» maßgeblich vorangebracht.

Der 1924 in Phoebus in Virginia geborene Kraft, dessen volle Vornamen Christopher Columbus lauten, war bereits 1958 zur Nasa gestoßen. Bis zu seiner Pensionierung im August 1982 war er an allen Nasa-Programmen beteiligt – neben Mercury, Gemini und Apollo arbeitete er auch am Weltraumlabor Skylab, am Apollo-Sojus-Projekt sowie an den ersten Flügen des Space Shuttles mit. Mit Beginn des Apollo-Programms wurde Kraft dessen Flugleiter.