Toulouse (dpa) – Seine letzte Entscheidung ist eine besonders bittere: Das Ende des weltgrößten Passagierjets A380. Ausgerechnet auf der Abschiedspressekonferenz von Tom Enders in Toulouse wird das Ende des Vorzeige-Fliegers verkündet. Ganz trocken, am frühen Morgen – die Pressemitteilung ist nur eine Seite lang und besiegelt das Aus des Mega-Fliegers – und damit auch eines […]

Toulouse (dpa) – Seine letzte Entscheidung ist eine besonders bittere: Das Ende des weltgrößten Passagierjets A380. Ausgerechnet auf der Abschiedspressekonferenz von Tom Enders in Toulouse wird das Ende des Vorzeige-Fliegers verkündet. Ganz trocken, am frühen Morgen – die Pressemitteilung ist nur eine Seite lang und besiegelt das Aus des Mega-Fliegers – und damit auch eines Projekts, mit dem Airbus die Luftfahrt revolutionieren wollte.

Im April ist dann für Enders selbst Schluss. Dann wird der Franzose Guillaume Faury, bisher Chef der Verkehrsflugzeugsparte, den Posten in der Konzernleitung übernehmen. Der als «Major Tom» bekannte frühere Fallschirmjäger verteidigt die harte Entscheidung – der Flieger sei nicht wirtschaftlich gewesen.

Der im Westerwald geborene Manager blickt auf eine lange Karriere zurück. Von 2005 bis 2007 war Enders zunächst EADS-Co-Chef, dann führte er fünf Jahre lang die Verkehrsflugzeugtochter Airbus. Der Deutsche baute Airbus um, leitete die Umbenennung von EADS in Airbus ein und straffte die Führungsstrukturen. Ende 2017 hatte er seinen Abschied angekündigt.

Als der 60-Jährige nun in seiner Lobrede auf die Entwicklung von Airbus vom Hundertsten ins Tausendste kommt, wird er plötzlich von einem lauten Klingeln an seinem Arm unterbrochen. «Oh, um Gottes Willen», fährt es ihm mit Blick auf seine Uhr heraus – nicht immer läuft alles reibungslos.

Wenig später tönt die Fanfare von Europes 80er-Jahre-Hit «The Final Countdown» aus den Lautsprechern – und schneidet Enders das Wort ab. Der wirkt irritiert, lässt das Lied unterbrechen, und redet weiter. Das war dann wohl doch zu früh. Und was bringt die Zukunft? «Ich werde nicht hundert Prozent meiner Freizeit mit Hobbies verbringen», sagt er.