Winterliche Wetterbedingungen führen zu Flugausfällen an Bayerns Flughäfen. Enteisung, Bahnreinigung und eingeschränkte Kapazitäten prägen den Flugbetrieb.

Starkes Winterwetter hat auch den Flugverkehr in Bayern spürbar beeinträchtigt. Schnee, Eis und gefrierender Regen führt an mehreren Flughäfen zu Annullierungen und Verzögerungen. Betroffen sind insbesondere die großen Verkehrsflughäfen München und Nürnberg sowie der Allgäu Airport Memmingen. Airlines und Flughafenbetreiber stehen vor der Herausforderung, trotz widriger Wetterbedingungen einen sicheren Betrieb aufrechtzuerhalten.

Am Flughafen München wurden bei mehreren hundert geplanten Flugbewegungen einzelne Verbindungen gestrichen. Auch in Nürnberg kam es bereits in den frühen Morgenstunden zu ersten Ausfällen.

Enteisung als zentrale Aufgabe

Bei winterlichen Bedingungen gehört die Enteisung von Flugzeugen zu den wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen. An den bayerischen Flughäfen müssen täglich Hunderte Maschinen behandelt werden, bevor sie starten dürfen. Eis oder Schnee auf Tragflächen und Leitwerken kann die Aerodynamik erheblich beeinträchtigen und stellt ein hohes Sicherheitsrisiko dar.

Besonders groß ist der Aufwand am Flughafen München. Dort müssen nicht nur Flugzeuge enteist werden, sondern auch Start- und Landebahnen, Rollwege sowie Vorfelder kontinuierlich von Schnee und Eis befreit werden. Die gesamte zu räumende Fläche umfasst mehrere Millionen Quadratmeter. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, werden die Startbahnen abwechselnd gereinigt, sodass stets mindestens eine Bahn verfügbar bleibt.

Unterschiedliche Herausforderungen an den Standorten

Auch kleinere Flughäfen wie Nürnberg oder Memmingen sind vom Winterbetrieb stark betroffen. In Nürnberg müssen mehrere hunderttausend Quadratmeter Flugbetriebsflächen eisfrei gehalten werden. Trotz moderner Räum- und Enteisungstechnik kann es bei anhaltendem Schneefall oder Glatteis zu Verzögerungen kommen, da die Sicherheit oberste Priorität hat.

Hinzu kommt, dass nicht alle Störungen direkt vor Ort entstehen. Einschränkungen an anderen europäischen Drehkreuzen wirken sich oft auf den gesamten Flugplan aus. Verspätete Maschinen oder ausgefallene Zubringerflüge können Kettenreaktionen auslösen, die auch bayerische Airports treffen.

Winterwetter in Bayern: Einfluss der Flugsicherung und Wetterlage

Neben den Flughafenbetreibern spielt auch die Deutsche Flugsicherung eine zentrale Rolle. Bei schlechter Sicht oder vereisten Bahnen kann die Zahl der Starts und Landungen reduziert werden. Diese Maßnahmen dienen der Sicherheit, führen jedoch zwangsläufig zu Verzögerungen oder Flugstreichungen.

Die aktuelle Wetterlage verschärft die Situation zusätzlich. Gefrierender Regen und Glatteis gelten als besonders problematisch, da sie die Räumarbeiten erschweren und die Enteisungsintervalle verkürzen. Der Deutsche Wetterdienst hat für weite Teile Bayerns eine hohe Unwetterwarnstufe ausgegeben, was auf anhaltende Beeinträchtigungen hindeutet.

Flugausfälle: Was Passagiere beachten sollten

Reisende müssen sich in den kommenden Tagen auf unregelmäßigen Flugbetrieb einstellen. Experten raten, den Status des eigenen Fluges regelmäßig zu überprüfen und zusätzliche Zeit einzuplanen. Auch alternative Reiseoptionen können sinnvoll sein, falls es zu kurzfristigen Annullierungen kommt.