Safran verbucht einen Rekordgewinn im ersten Halbjahr und hebt zusammen mit GE Aerospace die Jahresziele an. Das Ersatzteilgeschäft für Triebwerke treibt die Zahlen.

Der französische Luftfahrtkonzern Safran ist mit einem außergewöhnlich starken ersten Halbjahr in die zweite Jahreshälfte 2026 gestartet. Weil die Geschäftszahlen die Erwartungen der Finanzmärkte klar übertrafen, korrigierte das Unternehmen seine Jahresprognose nach oben, gemeinsam mit dem amerikanischen Partner GE Aerospace, mit dem Safran im Gemeinschaftsunternehmen CFM verbunden ist.

Safran gehört zu den größten Zulieferern der zivilen Luftfahrtindustrie und ist über CFM am weltweit meistverkauften Triebwerksprogramm beteiligt. Nach Angaben des Unternehmens stieg der bereinigte operative Gewinn im ersten Halbjahr um 29 Prozent auf 3,24 Milliarden Euro. Der Umsatz wuchs um 19 Prozent auf 17,57 Milliarden Euro. Die operative Marge kletterte auf 18,4 Prozent – ein Höchstwert für den Konzern.

Ersatzteilgeschäft als Motor

Zentraler Treiber der positiven Entwicklung war erneut das Ersatzteilgeschäft für zivile Triebwerke. In Dollar gerechnet legten die entsprechenden Verkäufe um 27,9 Prozent zu. Grund dafür ist vor allem die anhaltend hohe Nachfrage nach Wartungsleistungen für das CFM56-Triebwerk, das trotz der Ablösung durch den Nachfolger Leap noch immer Tausende Schmalrumpfjets weltweit antreibt. Diese sogenannte Aftermarket-Sparte gilt in der Branche traditionell als besonders margenstark, da Airlines für Ersatzteile und Wartung auf lange Sicht abhängig von den Triebwerksherstellern bleiben.

CFM ist nach Stückzahlen der größte Triebwerksbauer der Welt. Das Zusammenspiel aus laufender Neuauslieferung von Leap-Triebwerken und dem parallel weiterlaufenden Wartungsgeschäft mit älteren CFM56-Modellen verschafft dem Gemeinschaftsunternehmen von Safran und GE Aerospace derzeit eine ungewöhnlich breite Einnahmebasis.

Sparten im Detail: Propulsion, Ausrüstung und Innenausstattung

Die Kernsparte Propulsion, die für gut die Hälfte des Konzernumsatzes steht, verzeichnete ein Gewinnplus von 28 Prozent auf 2,25 Milliarden Euro. Der Bereich Equipment & Defense, in dem Safran unter anderem Landegestelle, Bremssysteme und Verteidigungstechnik bündelt, wuchs um 29 Prozent auf 907 Millionen Euro.

Auch die zuletzt schwächere Sparte Aircraft Interiors, zuständig für Kabinenausstattung, setzte ihre Erholung fort: Der Gewinn verdoppelte sich nahezu von 27 Millionen Euro auf 54 Millionen Euro. Der Bereich war in den vergangenen Jahren von Lieferkettenproblemen und Nachfrageschwankungen bei Sitzen und Kabinenkomponenten belastet worden.

Analysten überrascht von den Zahlen

Die Geschäftszahlen fielen deutlich besser aus, als Analysten im Vorfeld kalkuliert hatten. Im Schnitt waren Experten von einem bereinigten operativen Gewinn von 3,06 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 17,47 Milliarden Euro ausgegangen. Sowohl beim Gewinn als auch beim Umsatz lag Safran damit über den Markterwartungen.