Das Projekt Concrete Chemicals macht Schwedt zu einem Schlüsselstandort für E-Kerosin.

Mit dem Projekt Concrete Chemicals entsteht in Schwedt (Oder) eines der bedeutendsten Vorhaben zur Herstellung nachhaltiger Flugkraftstoffe in Deutschland. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat offiziell bestätigt, dass das Projekt im Industriepark der PCK-Raffinerie umgesetzt wird. Damit rückt Brandenburg weiter in den Fokus der europäischen Wasserstoff- und E-Fuel-Strategie – mit direktem Bezug zur Luftfahrt.

Concrete Chemicals stärkt den Standort Schwedt

Hinter Concrete Chemicals stehen die Unternehmen ENERTRAG und Zaffra, die gemeinsam eine industrielle Anlage zur Produktion von E-Kerosin aufbauen wollen. Der Standort Schwedt bietet dafür ideale Voraussetzungen: vorhandene Industrieinfrastruktur, erfahrenes Fachpersonal sowie etablierte Transport- und Logistikwege. Gleichzeitig eröffnet das Projekt neue Perspektiven für die traditionsreiche PCK-Raffinerie, die sich schrittweise vom fossilen Zeitalter in Richtung klimaneutraler Energieträger entwickeln kann.

Wie E-Kerosin in Schwedt entsteht

Im Zentrum des Projekts steht ein innovativer Produktionsprozess. Abgeschiedenes biogenes CO₂ wird mit grünem Wasserstoff kombiniert, der mittels Elektrolyse aus Windstrom gewonnen wird. Daraus entsteht zunächst ein Synthesegas, das anschließend im Fischer-Tropsch-Verfahren zu synthetischen Kohlenwasserstoffen umgewandelt wird. Diese bilden die Grundlage für E-Kerosin – einen synthetischen Flugkraftstoff, der im Vergleich zu herkömmlichem Kerosin deutlich geringere CO₂-Emissionen ermöglicht und perspektivisch in bestehenden Flugzeugtriebwerken eingesetzt werden kann.

E-Kerosin Schwedt als IPCEI-Wasserstoffprojekt

Concrete Chemicals ist Teil der europäischen Wasserstoffinitiative IPCEI (Important Projects of Common European Interest) und wurde bereits Ende 2024 von der EU-Kommission genehmigt. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 494 Millionen Euro. Davon steuert der Bund 245 Millionen Euro bei, das Land Brandenburg beteiligt sich mit 104 Millionen Euro.

Zukunftschancen für Luftfahrt und Industrie

Aus Sicht der Landesregierung ist das Projekt ein doppelter Gewinn. Einerseits leistet es einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung des Flugverkehrs, der langfristig auf nachhaltige Treibstoffe angewiesen ist. Andererseits stärkt es die regionale Industrie und schafft die Grundlage für neue Wertschöpfungsketten rund um Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe. Der Standort Schwedt bietet zudem Anschlussmöglichkeiten an das geplante nationale Wasserstoffkernnetz, was eine spätere Erweiterung der Produktionskapazitäten erleichtert.