Lufthansa bestellt 20 weitere Boeing 737 MAX 10
Lufthansa Group zieht 20 Kaufoptionen für die Boeing 737 MAX 10 – größte Version der MAX 8-Familie ist rund 25 Prozent effizienter als ältere Flugzeugtypen.
Die Lufthansa Group treibt die Erneuerung ihrer Kurz- und Mittelstreckenflotte voran. Wie der Konzern mitteilte, hat der Aufsichtsrat der Deutschen Lufthansa AG grünes Licht für die Ausübung von 20 Kaufoptionen gegeben – konkret für Flugzeuge des Typs Boeing 737 MAX 10. Damit steigt die Gesamtbestellung bei Boeing von ursprünglich 40 auf nun 60 Maschinen.
Ausgangspunkt ist ein Vertrag aus dem Jahr 2023, als sich Lufthansa 40 Exemplare der kleineren Variante 737 MAX 8 sicherte und sich zugleich Optionen auf weitere 60 Flugzeuge der MAX-Familie einräumen ließ. Ein Teil dieser Optionen ist jetzt fest gebucht.
Boeing 737 MAX 10 soll ältere A320-Modelle ablösen
Die bestellten Boeing 737 MAX 10 sollen nach Konzernangaben nicht zusätzlich zur bestehenden Flotte fliegen, sondern schrittweise ältere Maschinen der Airbus-A320-Familie ersetzen. Ausgeliefert werden die Jets erst zu Beginn der 2030er Jahre.
Die 737 MAX 10 ist die längste und fassungsreichste Version der MAX-Baureihe und bietet gegenüber der kleineren MAX 8 mehr Sitzplätze. Für Lufthansa bedeutet das potenziell mehr Kapazität auf stark ausgelasteten innereuropäischen Strecken, ohne dafür zusätzliche Slots oder Rotationen zu benötigen.
Wirtschaftliche und ökologische Argumente für die Boeing 737 MAX 10
Nach Angaben der Lufthansa Group verbraucht die 737 MAX 10 im Vergleich zu den Flugzeugtypen, die sie ersetzen soll, rund 30 Prozent weniger Treibstoff. In Kombination mit der höheren Sitzplatzzahl sollen zudem die Stückkosten pro Sitz um etwa 20 Prozent sinken. Diese Rechnung folgt einem Muster, das in der Luftfahrtbranche seit Jahren zu beobachten ist: Neue, größere Schmalrumpfflugzeuge senken sowohl den Kerosinverbrauch als auch die CO₂-Emissionen pro befördertem Passagier – ein Argument, das angesichts steigender Kerosinpreise und regulatorischer Vorgaben zur Emissionsminderung für Airlines zunehmend an Gewicht gewinnt.
Der Listenpreis für die jetzt bestellten 20 Flugzeuge liegt bei rund 3,4 Milliarden US-Dollar. Listenpreise im Flugzeuggeschäft liegen allerdings traditionell deutlich über den tatsächlich ausgehandelten Summen, da Fluggesellschaften bei Großbestellungen erhebliche Rabatte erhalten. Wie hoch der tatsächliche Kaufpreis für Lufthansa ausfällt, ist nicht bekannt.
Teil eines größeren Flottenprogramms
Die Bestellung reiht sich ein in ein umfassenderes Erneuerungsprogramm: Bis zum Jahr 2035 rechnet die Lufthansa Group mit der Auslieferung von mehr als 250 neuen Flugzeugen. Damit reagiert der Konzern auf den Druck, seine Flotte zu modernisieren, während gleichzeitig ältere, weniger effiziente Jets aus dem Betrieb genommen werden.
Boeing selbst profitiert von der Bestellung in einer Phase, in der der Hersteller nach mehreren Krisenjahren – geprägt von Produktionsproblemen und Sicherheitsuntersuchungen rund um die MAX-Baureihe – auf stabile Auftragseingänge großer Airlines angewiesen ist. Ob und wie sich mögliche weitere Lieferverzögerungen bei Boeing auf den für die frühen 2030er Jahre angepeilten Auslieferungstermin auswirken könnten, ließ die Lufthansa Group in ihrer Mitteilung offen.