Ryanair: Teures Kerosin drückt Quartalsergebnis
Steigende Kerosinpreise durch den Iran-Krieg belasten die irische Fluggesellschaft Ryanair trotz mehr Passagieren stärker als erwartet.
Der irische Billigflieger Ryanair muss einen deutlich stärkeren Gewinnrückgang verbuchen als von Analysten erwartet. Grund dafür sind die gestiegenen Kerosinpreise, die sich infolge des Iran-Kriegs auf die Betriebskosten der Airline ausgewirkt haben.
Ryanair: Gewinneinbruch fällt stärker aus als prognostiziert
Wie das Unternehmen am Montag in Dublin mitteilte, brach der Nettogewinn im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2026/27 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 34 Prozent auf 538 Millionen Euro ein. Marktbeobachter waren von einem moderateren Rückgang ausgegangen. Zwar hatte sich Ryanair einen Großteil seines Treibstoffbedarfs im Vorfeld preislich gesichert, doch reichte diese Absicherung nicht aus, um den kräftigen Kostenanstieg vollständig zu kompensieren.
Der Konflikt im Nahen Osten hatte in den vergangenen Monaten die Ölmärkte verunsichert und die Preise für Flugbenzin nach oben getrieben. Für Fluggesellschaften wie Ryanair, deren Geschäftsmodell auf niedrigen Betriebskosten beruht, wirken sich solche Preissprünge unmittelbar auf die Marge aus.
Mehr Passagiere, aber günstigere Tickets
Trotz des schwierigen Umfelds konnte Ryanair die Zahl der beförderten Fluggäste steigern. Im Berichtszeitraum stieg die Passagierzahl im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 61,3 Millionen. Allerdings ging dieser Zuwachs mit einer aggressiven Preispolitik einher: Im Schnitt verkaufte die Airline ihre Tickets sechs Prozent günstiger als im Vorjahr.
Diese Rabattstrategie bremste das Umsatzwachstum spürbar. Statt eines deutlichen Anstiegs legte der Umsatz nur um ein Prozent auf 4,4 Milliarden Euro zu. Ryanair setzt damit weiterhin auf Volumen statt auf Preissteigerungen – eine Strategie, die kurzfristig Kunden bindet, aber die Profitabilität schmälert.
Vorsichtiger Ausblick trotz sommerlicher Reisesaison
Auch für die kommenden Monate, die für Fluggesellschaften traditionell umsatzstärkste Zeit des Jahres, bleibt Ryanair bei seiner Linie günstiger Ticketpreise. Damit will das Unternehmen preissensible Kunden zum Buchen bewegen, die angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten zurückhaltender geworden sind.
Konzernchef Michael O’Leary hält sich vor diesem Hintergrund weiterhin mit einer konkreten Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr bis Ende März 2027 zurück. Die Kombination aus volatilen Treibstoffpreisen, geopolitischen Unsicherheiten und einem intensiven Preiswettbewerb in der Branche macht eine verlässliche Einschätzung derzeit offenbar schwierig.
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