Eurowings baut Angebot am BER aus: Neue Strecken nach Ryanair-Rückzug
Eurowings erweitert zum Winterflugplan ihr Angebot am BER mit zusätzlichen Flugzeugen und neuen Verbindungen. Die Lufthansa-Tochter reagiert damit auf den Rückzug von Ryanair aus Berlin.
Der Rückzug von Ryanair aus Berlin sorgt für Bewegung am Hauptstadtflughafen BER. Während der irische Billigflieger sein Angebot im Winter deutlich reduziert, nutzt Eurowings die entstehenden Kapazitäten für einen Ausbau ihres Streckennetzes. Die Lufthansa-Tochter stationiert zum kommenden Winterflugplan zwei zusätzliche Flugzeuge in Berlin und erweitert ihr Angebot insbesondere auf touristischen Strecken.
Eurowings: Mehr Flugzeuge und neue Ziele
Mit den zusätzlichen Maschinen wächst die Eurowings-Flotte am BER auf insgesamt elf Flugzeuge. Die Airline plant nach eigenen Angaben künftig Verbindungen zu rund 50 Zielen ab Berlin. Besonders im Fokus stehen klassische Urlaubsdestinationen.
Neu im Streckennetz ist Bologna in Italien. Die Verbindung war bislang vor allem durch Ryanair bedient worden. Darüber hinaus erhöht Eurowings die Frequenzen zu beliebten Kanaren-Zielen wie Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote und Teneriffa. Damit reagiert die Airline auf eine weiterhin hohe Nachfrage im touristischen Verkehr, der sich trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten stabil entwickelt.
Nach Angaben des Unternehmens sind inzwischen mehr als 300 Crew-Mitglieder den Berliner Flugzeugen zugeordnet. Eurowings-Chef Max Kownatzki betont die strategische Bedeutung des Standorts Berlin und sieht langfristig Wachstumspotenzial für die Hauptstadtregion.
Ryanair reduziert Angebot am BER drastisch
Der Ausbau von Eurowings folgt unmittelbar auf die Entscheidung von Ryanair, sieben stationierte Flugzeuge aus Berlin abzuziehen. Gleichzeitig halbiert die Airline ihr Winterangebot am BER. Als Hauptgründe nennt Ryanair die aus ihrer Sicht hohen staatlichen Abgaben und steigenden Flughafenkosten in Deutschland.
Die Debatte über die Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrsstandorts Deutschland gewinnt damit erneut an Schärfe. Besonders die Luftverkehrsteuer und hohe Standortkosten stehen seit Jahren in der Kritik vieler Airlines. Auch Eurowings verweist auf wirtschaftliche Belastungen, die den Ausbau von Flugangeboten erschweren würden.
Gleichzeitig gibt es unterschiedliche Einschätzungen über die Hintergründe des Ryanair-Rückzugs. Die Gewerkschaft Verdi sieht den Schritt auch im Zusammenhang mit arbeitsrechtlichen Entwicklungen bei der Ryanair-Tochter Malta Air. Dort wurde zuletzt ein Standort-Betriebsrat gegründet.
Lufthansa-Gruppe stärkt Marktposition in Berlin
Mit dem Ausbau von Eurowings festigt die Lufthansa-Gruppe ihre Position am BER weiter. Neben Eurowings bedienen auch Lufthansa, Swiss International Air Lines, Austrian Airlines, Brussels Airlines und SunExpress regelmäßig Strecken von und nach Berlin. Nach Unternehmensangaben kommt die Gruppe inzwischen auf rund 30 Prozent Marktanteil am Hauptstadtflughafen.
Während Wettbewerber wie Ryanair und Easyjet ihr Angebot in Berlin in den vergangenen Jahren reduziert haben, setzt die Lufthansa-Gruppe auf einen gezielten Ausbau. Dabei konzentriert sich Eurowings vor allem auf touristische Ziele und Städteverbindungen mit stabiler Nachfrage.
Lesen Sie auch Wie fliegt Austrian kerosinsparend?