Flughafen Frankfurt trotzt Krisen und Streiks
Trotz geopolitischer Spannungen, steigender Kerosinpreise und Lufthansa-Streiks hält Fraport an seiner Prognose fest. Wie sich die Lage auf Passagierzahlen und Gewinn auswirkt.
Der Flughafenbetreiber Fraport sieht sich weiterhin auf Kurs – auch wenn geopolitische Konflikte und operative Störungen das Umfeld belasten. Insbesondere der Krieg in der Golfregion, steigende Energiepreise sowie Arbeitskämpfe bei Lufthansa haben zuletzt deutliche Spuren im Luftverkehr hinterlassen.
Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen beim Passagieraufkommen am Standort Frankfurt jedoch nur noch das untere Ende der ursprünglich anvisierten Spanne von 65 bis 66 Millionen Reisenden. Damit reagiert der Konzern auf eine spürbare Eintrübung der Nachfrage, insbesondere auf Verbindungen in den Nahen Osten.
Prognose hängt an stabiler Kerosinversorgung
Ein zentraler Unsicherheitsfaktor bleibt die Versorgung mit Flugtreibstoff. Der Vorstand macht deutlich: Die wirtschaftlichen Ziele für 2026 sind nur erreichbar, wenn es keine Engpässe bei Kerosin gibt. Zwar hatten staatliche Stellen zuletzt signalisiert, dass die Versorgung in Deutschland gesichert sei, doch bleibt die Lage angespannt.
Die gestiegenen Ölpreise wirken sich nicht nur auf Airlines aus, sondern treffen auch Flughafenbetreiber indirekt – etwa durch reduzierte Flugangebote oder steigende Betriebskosten. Entsprechend sensibel reagierte auch der Kapitalmarkt: Die Fraport-Aktie geriet nach Bekanntwerden der vorsichtigeren Passagierprognose unter Druck.
Verkehrsentwicklung: Rückgänge werden teilweise kompensiert
Im operativen Geschäft zeigt sich ein differenziertes Bild. Während Strecken in Krisenregionen schwächeln, konnte Fraport auf anderen Routen zulegen. Diese Verschiebungen haben dazu beigetragen, dass das Unternehmen im ersten Quartal insgesamt besser abschnitt als erwartet.
Vor allem das internationale Portfolio wirkt stabilisierend. Neben Frankfurt betreibt Fraport zahlreiche Flughäfen im Ausland, darunter Standorte in Griechenland, der Türkei und Südamerika. Diese Diversifikation hilft, regionale Schwankungen abzufedern und das Gesamtwachstum zu sichern.
Streiks bei Lufthansa belasten Passagierzahlen
Ein zusätzlicher Belastungsfaktor waren die Arbeitskämpfe bei Lufthansa im Frühjahr. Mehrtägige Streiks führten zu zahlreichen Flugausfällen und sorgten allein im April für einen Rückgang von rund einer halben Million Passagiere in Frankfurt.
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen konnte Fraport im ersten Quartal zulegen. Der Umsatz stieg leicht, während das operative Ergebnis (Ebitda) deutlich stärker wuchs. Unter dem Strich blieb zwar ein saisonaler Verlust, dieser fiel jedoch im Rahmen der Erwartungen aus.
Langfristig hält das Management an seinen Zielen fest: Bis 2026 soll das operative Ergebnis auf bis zu 1,5 Milliarden Euro steigen. Der Konzerngewinn dürfte hingegen durch höhere Zinsen und Abschreibungen gedämpft werden – insbesondere infolge großer Investitionsprojekte wie dem neuen Terminal in Frankfurt.