Die Cathay Group meldet für 2025 steigende Gewinne und plant weiteres Wachstum. Gleichzeitig sorgen steigende Kerosinpreise durch den Iran-Konflikt für neue Unsicherheiten.

Die Airline-Gruppe Cathay Pacific Airways setzt ihren finanziellen Erholungskurs fort. Für das Geschäftsjahr 2025 meldet die Muttergesellschaft Cathay Group einen Gewinn von rund 1,4 Milliarden US-Dollar und damit bereits das dritte profitable Jahr in Folge. Nach der Phase des Wiederaufbaus nach der Pandemie stabilisiert sich das Geschäft zunehmend – auch wenn neue geopolitische Spannungen die Perspektiven für 2026 belasten könnten.

Cathay Pacific: Jahresergebnis 2025 zeigt stabile Erholung

Im Vergleich zu 2024, als die Gruppe einen Gewinn von etwa 1,27 Milliarden US-Dollar erzielte, konnte das Ergebnis erneut gesteigert werden. Treiber waren vor allem höhere Flugkapazitäten, stabile Auslastungen im Passagiergeschäft sowie eine weiterhin robuste Nachfrage im Luftfrachtmarkt.

Die operativen Fluggesellschaften und Tochterunternehmen erwirtschafteten einen Gewinn von rund 1,28 Milliarden US-Dollar. Beteiligungen des Konzerns steuerten weitere rund 57 Millionen US-Dollar bei.

Zusätzlich profitierte das Unternehmen von einem einmaligen Sondereffekt: Eine Einigung über ein Joint Venture zur Verwaltung von Flugzeugkomponenten mit der Wartungsfirma Hong Kong Aircraft Engineering Company brachte rund 112 Millionen US-Dollar ein.

Aktionäre sollen ebenfalls profitieren. Für das Geschäftsjahr 2025 schüttet die Gruppe insgesamt etwa 0,11 US-Dollar je Aktie aus. Auch die Belegschaft wird beteiligt: Mitarbeitende erhalten Bonuszahlungen und Gewinnbeteiligungen im Gegenwert von mehr als elf Wochen Gehalt.

Wachstum im Streckennetz stärkt Cathay Pacific

Operativ setzte die Airline 2025 ihren Expansionskurs fort. Die Marken Cathay Pacific Airways und HK Express nahmen zusammen 20 neue Ziele in ihr Streckennetz auf. Damit umfasst das Netzwerk inzwischen mehr als 100 Destinationen weltweit.

Für 2026 plant die Gruppe eine weitere Kapazitätssteigerung von etwa zehn Prozent. Neue Frequenzen und zusätzliche Strecken sollen den Hub am Hong Kong International Airport weiter stärken.

Ein Beispiel ist die neue Nonstop-Verbindung nach Seattle, die ab dem 30. März 2026 aufgenommen wird.

Flotteninvestitionen bleiben zentraler Bestandteil der Strategie

Parallel treibt die Airline ihre Flottenmodernisierung voran. Mehr als 100 neue Flugzeuge stehen langfristig auf der Bestellliste – von Kurzstreckenjets bis zu großen Langstreckenmaschinen und Frachtern.

Bereits im Jahr 2026 sollen acht zusätzliche Schmalrumpfflugzeuge ausgeliefert werden. Gleichzeitig modernisiert die Airline bestehende Flugzeuge. Langstreckenjets vom Typ Boeing 777-300ER erhalten schrittweise die neue Business-Class „Aria Suite“.

Auch Regionalflugzeuge vom Typ Airbus A330-300 werden ab Ende 2026 vollständig überarbeitet. Zudem reduziert Cathay in den Kabinen der Airbus A321neo die Sitzanzahl in der Economy Class, um mehr Platz für Passagiere zu schaffen.

Iran-Konflikt könnte Treibstoffkosten deutlich erhöhen

Während das Ergebnis für 2025 solide ausfällt, blickt die Airline mit wachsender Aufmerksamkeit auf die kommenden Monate. Der Konflikt rund um den Iran könnte die Kostenstruktur im Luftverkehr deutlich verändern.

Nach Angaben des Managements haben sich die Kerosinpreise im März bereits deutlich erhöht. Sollte sich die geopolitische Lage weiter zuspitzen, erwartet Cathay zusätzliche Belastungen. Preissteigerungen bei Tickets sind daher nicht ausgeschlossen.

Auch das Streckennetz reagiert kurzfristig auf die Situation: Flüge in den Nahen Osten, etwa nach Dubai und Riad, werden vorerst bis mindestens Ende März ausgesetzt.

Anpassungen im Cargo-Geschäft

Im Frachtgeschäft prüft die Airline ebenfalls operative Anpassungen. Um flexibler auf mögliche Einschränkungen reagieren zu können, testet Cathay Cargo derzeit Langstreckenflüge mit zusätzlichem Treibstoff.

So könnten Frachter künftig direkt von Asien nach Europa fliegen, ohne den üblichen Tankstopp in Dubai einzulegen. Diese Strategie soll die Abhängigkeit von einzelnen Zwischenstationen reduzieren.