Wegen der angespannten Lage im Nahen Osten organisiert TUI zahlreiche Rückholflüge für gestrandete Urlauber. Tausende Reisende sollen bis Mittwoch nach Deutschland zurückkehren.

Die angespannte Sicherheitslage im Nahen Osten bringt weiterhin massive Einschränkungen im internationalen Flugverkehr mit sich. Mehrere tausend europäische Urlauber sitzen derzeit noch in der Region fest. Der Reisekonzern TUI arbeitet gemeinsam mit Behörden und Airlines daran, betroffene Gäste über zusätzliche Flüge nach Europa zurückzubringen. Nach Angaben des Unternehmens soll die Rückführung aller TUI-Kunden spätestens bis Mittwoch abgeschlossen sein.

Bereits in den vergangenen Tagen sind zahlreiche Sonder- und Linienflüge mit Reisenden aus der Region in Deutschland gelandet. Dennoch bleibt die Lage dynamisch – nicht zuletzt, weil viele Flugrouten weiterhin gesperrt sind und sichere Luftkorridore erst kurzfristig freigegeben werden.

Rückholflüge aus Nahost: Erste Maschinen landen in Deutschland

Ein Teil der gestrandeten Reisenden ist bereits zurück. In der Nacht zum Sonntag erreichten zwei von TUI organisierte Flüge mit insgesamt rund 250 Passagieren aus den Vereinigten Arabischen Emiraten den Flughafen Hannover. Unter den Passagieren befanden sich neben deutschen Staatsbürgern auch Urlauber aus mehreren europäischen Ländern.

Parallel dazu laufen auch staatlich organisierte Evakuierungsmaßnahmen. Das Auswärtige Amt bestätigte, dass zuletzt weitere 220 Menschen aus der Region ausgeflogen wurden. Zusätzlich landete ein Sonderflug mit etwa 300 Reisenden von den Malediven am Flughafen Frankfurt.

Seit Beginn der Rückholaktion in der vergangenen Woche sind damit bereits mehrere hundert Urlauber wieder in Deutschland eingetroffen. Die Flüge wurden sowohl von Liniengesellschaften als auch im Rahmen spezieller Rückholprogramme durchgeführt.

Rückholflüge aus Nahost abhängig von sicheren Flugrouten

Trotz der laufenden Rückführung bleiben viele Reisende weiterhin vor Ort. Der Grund liegt vor allem in der angespannten Sicherheitslage im Luftraum über Teilen des Nahen Ostens. Mehrere Flugrouten sind derzeit gesperrt oder nur eingeschränkt nutzbar.

Nach Angaben von TUI stehen grundsätzlich ausreichend Flugzeuge zur Verfügung, um die Gäste auszufliegen. Entscheidend sei jedoch, dass Behörden sichere Flughäfen und Luftkorridore freigeben. Erst dann könnten zusätzliche Maschinen starten oder landen.

Diese Situation führt dazu, dass die Planung der Rückholflüge kurzfristig angepasst werden muss. Airlines und Reiseveranstalter koordinieren ihre Flüge daher eng mit nationalen Behörden und internationalen Luftfahrtorganisationen.

Europäische Zusammenarbeit bei Evakuierungen

Die Rückholflüge betreffen nicht nur deutsche Urlauber. In den zuletzt in Hannover gelandeten Maschinen befanden sich auch Reisende aus Schweden, den Niederlanden, Frankreich, Polen und dem Vereinigten Königreich.

Auch künftig sollen zusätzliche Flüge nicht ausschließlich für TUI-Kunden reserviert sein. Geplant ist, freie Plätze ebenfalls Reisenden anderer Veranstalter zur Verfügung zu stellen, um möglichst viele Menschen schnell aus der Region zurückzubringen.

Die aktuellen Rückführungsflüge stehen laut TUI nicht im direkten Zusammenhang mit zwei Kreuzfahrtschiffen der Marke TUI Cruises, die ebenfalls in der Golfregion unterwegs waren. Ein Teil der Passagiere dieser Schiffe konnte bereits nach Deutschland zurückkehren.

Für die kommenden Tage sind weitere Flüge geplant, mit denen die verbleibenden Urlauber ausgeflogen werden sollen. Ob der Zeitplan eingehalten werden kann, hängt jedoch weiterhin stark von der Entwicklung der Sicherheitslage und der Verfügbarkeit freigegebener Flugrouten ab.