Warschau (dpa)– Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki will am Jahrestag der Flugzeugkatastrophe von Smolensk an der russischen Gedenkfeier für die Opfer teilnehmen. Bei dem Absturz am 10. April 2010 war auch der polnische Präsident Lech Kaczynski umgekommen. «Ja, ich möchte (..) nach Smolensk und nach Katyn reisen, um der Opfer des schrecklichen sowjetischen Mordes im Wald […]

Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki will am Jahrestag der Flugzeugkatastrophe von Smolensk an der russischen Gedenkfeier für die Opfer teilnehmen. Bei dem Absturz am 10. April 2010 war auch der polnische Präsident Lech Kaczynski umgekommen. «Ja, ich möchte (..) nach Smolensk und nach Katyn reisen, um der Opfer des schrecklichen sowjetischen Mordes im Wald von Katyn und der Opfer der Smolensk-Katastrophe zu gedenken», schrieb Morawiecki am Donnerstag auf Facebook.

Bei dem Absturz der polnischen Regierungsmaschine beim Landeanflug auf das russische Smolensk waren 96 Menschen ums Leben gekommen. Sie waren unterwegs zu einer Gedenkfeier für die Opfer der Massaker von Katyn gewesen. Dort hatten 1940 Angehörige des sowjetischen Geheimdienstes NKWD Tausende polnische Offiziere ermordet.

Ermittlungen zur Ursache der Flugzeugkatastrophe dauern an. Anhänger der nationalkonservativen polnischen Regierungspartei PiS gehen bis heute von einem Mordanschlag auf Kaczynski aus. Bislang vorgelegte Untersuchungen des polnischen Innenministeriums und der russischen Ermittler sprechen von einem Pilotenfehler.

Zuletzt waren die Beziehungen zwischen Moskau und Warschau durch einen Streit um die Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs belastet worden. Polens Präsident Andrzej Duda war nicht zur Holocaust-Gedenkfeier nach Yad Vashem gereist, weil er dort anders als Kremlchef Wladimir Putin kein Rederecht bekam. Vor diesem Hintergrund wirkt die Ankündigung Morawieckis versöhnlich, auch wenn der Regierungssprecher betonte, die Reise habe «absolut nicht den Charakter eines bilateralen Besuches».

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