Linz (dpa) – Wenn er vom Stahl und dessen Anwendungsmöglichkeiten spricht, bekommt Wolfgang Eder ein Blitzen in den Augen. Seit 40 Jahren ist der heute 65-jährige Chef des österreichischen Stahl- und Industriegüterkonzerns Voestalpine im Geschäft. Seit 13 Jahren führt er das Unternehmen. Er hat auch die dunkelste Stunde mitgemacht. 1985 war die Firma praktisch pleite. […]

Linz (dpa) – Wenn er vom Stahl und dessen Anwendungsmöglichkeiten spricht, bekommt Wolfgang Eder ein Blitzen in den Augen. Seit 40 Jahren ist der heute 65-jährige Chef des österreichischen Stahl- und Industriegüterkonzerns Voestalpine im Geschäft. Seit 13 Jahren führt er das Unternehmen. Er hat auch die dunkelste Stunde mitgemacht. 1985 war die Firma praktisch pleite. In wenigen Jahren ging die Zahl der Mitarbeiter von 33 000 auf rund 20 000 herunter, und das in Linz, einer Stadt mit 200 000 Einwohnern. «Das waren dramatische Jahre», erinnert sich Eder. Dank Übergangslösungen sowie Umschulungen für viele Mitarbeiter und einer umfassenden Restrukturierung gingen in der Region dennoch nicht die Lichter aus.

Ganz im Gegenteil. Die Voestalpine hat sich mit der Spezialisierung auf besonders anspruchsvolle Stähle etabliert. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die Produkte für die Luftfahrt, wie sie beim Tochterunternehmen Böhler Edelstahl GmbH in Kapfenberg mit Hilfe gewaltiger Spindelpressen entstehen. Unter anderem das Verbindungsteil zwischen Turbine und Flügel ist oft «Made in Kapfenberg». Kapfenberg ist ein Standort in der Steiermark, der auf Flugzeugteile spezialisiert ist. Rund 150 Millionen Euro steckt Voestalpine jährlich in Forschung und Entwicklung – und gilt als technologisch führend.

Der Konzern, der pro Jahr 7,6 Millionen Tonnen Rohstahl und 750 000 Tonnen Edel- und Spezialstähle produziert, hat inzwischen mehr als 50 000 Mitarbeiter weltweit, darunter auch 8000 an 50 Standorten in Deutschland. Der Umsatz lag zuletzt bei 11,3 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) betrug 2016/2017 knapp 840 Millionen Euro. Der Aktienkurs hat sich seit der Finanzkrise vervierfacht.