Tag und Nacht zu zweit in einer Kabine von kaum einem Meter Durchmesser: Kein Wunder, dass das Gordon-Bennett-Ballonrennen als eines der härtesten der Welt gilt. Dieses Jahr erwischten die Franzosen die besten Winde. Greyerz (dpa) – Bei einem der härtesten Ballonrennen der Welt hat der mit Abstand führende französische Ballon FRA-1 in Estland aufgesetzt. Die Piloten Vincent […]

Tag und Nacht zu zweit in einer Kabine von kaum einem Meter Durchmesser: Kein Wunder, dass das Gordon-Bennett-Ballonrennen als eines der härtesten der Welt gilt. Dieses Jahr erwischten die Franzosen die besten Winde.

Greyerz (dpa) – Bei einem der härtesten Ballonrennen der Welt hat der mit Abstand führende französische Ballon FRA-1 in Estland aufgesetzt. Die Piloten Vincent Leÿs und Christophe Houver legten vom Startplatz in Greyerz in der Schweiz gemessen 1834 Kilometer zurück, wie der Livetracker des legendären Gordon-Bennett-Cups am Sonntag zeigte. Vier von 21 gestarteten Teams waren am Abend noch in der Luft, darunter auch die Deutschen Himke Hilbert und Dominik Haggeney.

Allerdings lagen alle vier mit etwa 1200 zurückgelegten Kilometern deutlich hinter den Franzosen. Sieger ist bei dem mehr als 100 Jahre alten, legendären Gordon-Bennett-Cup nicht, wer am längsten fährt, sondern wer am entferntesten Punkt vom Startplatz landet. Die mit Wasserstoff gefüllten Gasballons sind wesentlich kleiner als Heißluftballons und können deutlich länger fliegen.

Für das deutsche und ein österreichisches Team war die Fahrt am Sonntagabend allem Anschein nach zu Ende. Sie waren in Polen auf eine Flugverbotszone zugesteuert. Sie befanden sich am frühen Abend nur noch in weniger als 150 Metern Höhe, wie der Livetracker zeigte. Ein Schweizer und ein spanisches Team waren weiter westlich noch in mehr als 3000 Metern Höhe unterwegs. Sie steuerten auf einen schmalen Korridor zwischen zwei Flugverbotszonen Richtung Nordosten zu.

Einzig die Franzosen hatten schon am Samstag den richtigen Wind erwischt, um durch diesen Korridor nach Litauen zu gelangen. Sie fuhren weiter über Lettland bis nach Estland.

Der französische Ballonpilot Leÿs hat so oft an dem legendären Rennen teilgenommen wie niemand sonst: er ist nach Angaben der Veranstalter zum 16. Mal dabei. Acht mal gewann er. Der Cup wurde vor 111 Jahren von dem US-Zeitungsverleger und Sportfan James Gordon Bennett Junior (1841-1918) ins Leben gerufen.

Den Entfernungsrekord halten die Belgier Bob Berben und Benoît Simeon. Sie waren 2005 in Albuquerque in New Mexico in den USA  gestartet und landeten fast drei Tage und drei Nächte später in Quebec in Kanada – 3400 Kilometer weit entfernt.