14.05.2014 Frankfurt/Main (dpa) – Das sogenannte Flughafenverfahren für ankommende Flüchtlinge muss nach Ansicht der Deutschen Bischofskonferenz auf den Prüfstand. «Wir fragen uns, ob man es auch ganz abschaffen könnte», sagte der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle am Mittwoch in Frankfurt/Main. Trelle ist Vorsitzender der Migrationskommission und stellvertretender Vorsitzender der Bischofskonferenz. Im Flughafenverfahren für ankommende Flüchtlinge ohne […]

14.05.2014

Frankfurt/Main (dpa) – Das sogenannte Flughafenverfahren für ankommende Flüchtlinge muss nach Ansicht der Deutschen Bischofskonferenz auf den Prüfstand. «Wir fragen uns, ob man es auch ganz abschaffen könnte», sagte der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle am Mittwoch in Frankfurt/Main. Trelle ist Vorsitzender der Migrationskommission und stellvertretender Vorsitzender der Bischofskonferenz.

Im Flughafenverfahren für ankommende Flüchtlinge ohne Papiere wird noch vor der Einreise darüber entschieden, ob die Flüchtlinge einen regulären Asylantrag stellen und dafür einreisen dürfen oder ob sie unmittelbar zurückgewiesen werden. Das Verfahren dauert zwei Tage. Diese Zeit sei viel zu kurz, sagte Trelle. «Da kann man nicht erwarten, dass eine Notsituation angemessen zur Darstellung kommt.»

Rund fünf Prozent der Flüchtlinge im Flughafenverfahren würden abgewiesen, sagte Trelles Stellvertreter in der Kommission, der Münsteraner Weihbischof Dieter Geerings. 2012 hätten 1800 Menschen das Verfahren in Frankfurt durchlaufen. Trelle und Geerings hatten sich bei einer Tagung am Flughafen über ausländer- und asylrechtliche Fragen informiert.