Auch US-Experte bezweifelt Weißkopfs historischen Motorflug
Washington/München (dpa) – Der US-Luftfahrthistoriker Peter Jakab hält die amerikanischen Gebrüder Wright weiterhin für die Pioniere des Motorflugs. «Es gibt keine Hinweise, dass irgendjemand anders als die Gebrüder Wright 1903 den ersten erfolgreichen Motorflug absolviert haben», sagte der Experte vom National Air and Space Museum der Nachrichtenagentur dpa in Washington. Jüngste Berichte, nach denen der […]
Washington/München (dpa) – Der US-Luftfahrthistoriker Peter Jakab hält die amerikanischen Gebrüder Wright weiterhin für die Pioniere des Motorflugs. «Es gibt keine Hinweise, dass irgendjemand anders als die Gebrüder Wright 1903 den ersten erfolgreichen Motorflug absolviert haben», sagte der Experte vom National Air and Space Museum der Nachrichtenagentur dpa in Washington.
Jüngste Berichte, nach denen der Deutsche Gustav Weißkopf bereits zweieinhalb Jahre zuvor einen ersten Flug hinter sich gebracht habe, seien nicht glaubhaft. «Die Geschichte ist nicht neu.» Ähnliche Berichte gebe es bereits seit den 30er Jahren. «Ich erkenne hier nichts Neues, was ich nicht schon vorher gewusst habe», sagte Jakab am Dienstag.
Ähnlich hatte sich auch das Deutsche Museum in München geäußert. Es sei sehr gewagt, mit einem 32-fach vergrößerten Foto beweisen zu wollen, dass Weißkopf den ersten Motorflug absolviert habe, sagte der Kurator für Luftfahrt, Hans Holzer, der dpa. Trotz der von dem Braunschweiger Luftfahrthistoriker John Brown präsentierten Unterlagen gebe es bei Weißkopf noch viele Ungereimheiten. Er sehe daher vorerst keinen Anlass daran zu zweifeln, dass der Motorflug der Gebrüder Wright im Jahr 1903 der weltweit erste gewesen sei.
Brown hatte am Wochenende Dokumente präsentiert, nach denen Weißkopf schon zweieinhalb Jahre vor den Wrights geflogen sei. Er beruft sich dabei auf historische Zeitungsberichte und auf ein verschwommes Foto von Weißkopfs Flug.