Britischer Experte: Rüstungsfusion macht Sinn
London (dpa) – Eine Fusion der beiden großen Rüstungsfirmen EADS und BAE Systems ist nach Expertenmeinung für die Branche keine Überraschung und macht ökonomisch Sinn. Schon 1999, vor der Gründung von EADS, habe es Fusionsbemühungen zwischen Daimler und BAE gegeben, sagte der Vorstandsvorsitzende des Aerospace Wales Forum, John Whalley, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur […]
London (dpa) – Eine Fusion der beiden großen Rüstungsfirmen EADS und BAE Systems ist nach Expertenmeinung für die Branche keine Überraschung und macht ökonomisch Sinn. Schon 1999, vor der Gründung von EADS, habe es Fusionsbemühungen zwischen Daimler und BAE gegeben, sagte der Vorstandsvorsitzende des Aerospace Wales Forum, John Whalley, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.
Damals sei für BAE das Angebot zur Übernahme der Verteidigungssparte von GEC Marconi dazwischengekommen und so sei die Fusion mit Daimler zurückgestellt worden. «Manfred Bischoff war außer sich», sagte Whalley über den damaligen Vorstandschef von Daimler Aerospace. «Er begann sofort Gespräche mit den Franzosen, die dann zur Gründung von EADS führten.»
BAE, das vermehrt auf Rüstung setzte, wie auch EADS sähen sich inzwischen erheblichen Herausforderungen im Verteidigungssegment gegenüber. «Eine Fusion bietet die Möglichkeit eines größeren Marktzugangs und die Chance, finanzielle technologische und personelle Ressourcen zu teilen», sagte Whalley.
Es sei eine Gewichtsverlagerung in der Branche von der Rüstung hin zur zivilen Luftfahrt festzustellen. Eine fusionierte Gesellschaft EADS/BAE sei auf Augenhöhe mit dem US-Hersteller Boeing, die ebenfalls sowohl in der Rüstung als auch im zivilen Flugzeugbau und in der Raumfahrt tätig sei.
Große Entlassungswellen befürchtet Whalley nicht.«Es könnten einige Stellen beim Personal in den Konzernzentralen wegfallen», sagte er. Aber die Marktchancen sollten die Risiken von Jobverlusten bei weitem wettmachen. Auch politische Hürden, etwa aus den USA sieht der Experte nicht. «BAE hat große Erfahrung, wie man um seine US-Geschäfte ein Schutzschild aufbaut», betonte er.
Gespräch: Michael Donhauser, dpa