London/Paris (dpa) – Die Fusionspläne zwischen dem europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS und dem britischen Konkurrenten BAE Systems sind am Donnerstag an der Börse schlecht angekommen. Die EADS-Papiere brachen im frühen Handel in Paris um 5,77 Prozent auf 26,39 Euro ein. In Frankfurt bildeten sie mit einem Abschlag von mehr als sechs Prozent das Schlusslicht […]

London/Paris (dpa) – Die Fusionspläne zwischen dem europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS und dem britischen Konkurrenten BAE Systems sind am Donnerstag an der Börse schlecht angekommen. Die EADS-Papiere brachen im frühen Handel in Paris um 5,77 Prozent auf 26,39 Euro ein. In Frankfurt bildeten sie mit einem Abschlag von mehr als sechs Prozent das Schlusslicht im MDax. Die Aktien von BAE Systems, die am Mittwochabend noch um über zehn Prozent in die Höhe geschossen waren, sackten in London um 5,12 Prozent ab.

Börsianer begründeten die Kursverluste mit Gewinnmitnahmen bei BAE sowie Verkäufen bei EADS. Analyst Stephan Böhm von der Commerzbank sagte, er halte die in Medien genannten Synergien von 850 Millionen Euro für unrealistisch. Zudem würde EADS stärker abhängig von Märkten, die mit schrumpfenden Verteidigungsbudgets zu kämpfen haben.

Es gab jedoch auch positive Stimmen: DZ Bank-Analyst Markus Turnwald erklärte, für das EADS-Management mache eine solche Transaktion Sinn, der Konzern habe seine Abhängigkeit von der zivilen Luftfahrt stets reduzieren wollen.

Bei einer Fusion soll EADS 60 Prozent der Anteile erhalten. Es würde ein neuer europäischer Rüstungsgigant entstehen, der den US-Rivalen Boeing beim Umsatz nicht nur überholen, sondern deutlich abhängen würde.