Wien Aufsichtsrat gibt grünes Licht für „Plan B“: Austrian beschließt Betriebsübergang zur Tyrolean Bei ihrer Sorgentochter Austrian Airlines (AUA) setzt die Deutsche Lufthansa auf einen radikalen Schnitt. Der Flugbetrieb des Unternehmens werde auf die Regionalflugtochter Tyrolean verlagert, beschloss der von Lufthansa dominierte Aufsichtsrat heute. Der Schritt soll frühestens zum 1. Juli erfolgen, teilte die AUA […]

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Aufsichtsrat gibt grünes Licht für „Plan B“: Austrian beschließt Betriebsübergang zur Tyrolean

Bei ihrer Sorgentochter Austrian Airlines (AUA) setzt die Deutsche Lufthansa auf einen radikalen Schnitt. Der Flugbetrieb des Unternehmens werde auf die Regionalflugtochter Tyrolean verlagert, beschloss der von Lufthansa dominierte Aufsichtsrat heute. Der Schritt soll frühestens zum 1. Juli erfolgen, teilte die AUA weiter mit.

Bei dem Teilbetriebsübergang werden den rund 600 Piloten und 1500 Flugbegleiter neue Arbeitsverträge angeboten, um den alten Tarifvertrag der früheren österreichischen Staatsfluglinie zu umgehen. Mit „künftig abgeflachten Gehaltsanstiegen“ sollen massiv Kosten eingespart werden. Noch ist unklar, wie viele Beschäftigte den Übergang mitmachen.

Mit dem Schritt will die defizitäre AUA ihr Sparprogramm zu Ende bringen, das die Kosten insgesamt um 220 Millionen Euro senken soll. Pilotenvertreter und Gewerkschaft hatten sich bis zuletzt gegen den Schritt gewehrt. Für die Kunden soll sich nichts ändern. Es werde einen gemeinsamen Flugbetrieb von Austrian Airlines und Tyrolean geben. Die Standorte Wien und Innsbruck seien beide Teil des Zukunftskonzepts.

Die Entscheidung befreie die Gesellschaft „von strukturellen Altlasten“, sagte AUA-Chef Jaan Albrecht. „Sie gibt uns zudem eine Zukunftsperspektive in der Luftfahrt, weil wir wettbewerbsfähiger aufgestellt sind.“ Im vergangenen Jahr hatte die AUA erneut einen deutlichen Verlust von 62 Millionen Euro eingeflogen. Die Lufthansa als Muttergesellschaft hat erst im März das Eigenkapital der AUA um 140 Millionen Euro aufgestockt – unter der Bedingung, dass das Sparprogramm durchgezogen wird.

 Quelle: dpa