Taxi oder Chauffeur? - Welcher Flughafentransfer sich für wen eignet

26.10.2017

Müde und gestresst mit dem Flugzeug gelandet, wollen Reisende nur noch ins Hotel. Bus, Taxi oder Chauffeurdienst - was geht am schnellsten und ist am billigsten?

München (dpa/tmn) - Vom Flughafen zum Hotel - und das bitte auf dem schnellsten Weg. Statt ein Taxi zu rufen, kann man auch die öffentlichen Verkehrsmittel nehmen oder einen Chauffeur zum Flughafen bestellen.

Ob Berlin oder Bangkok: Generell sollte man sich vor der Ankunft am Flughafen über die Transfermöglichkeiten informieren. Das gilt vor allem für das Ausland. «Am besten erkundigt man sich schon im Flugzeug bei jemanden, der offensichtlich aus dem Zielland kommt, nach Preisen für bestimmte Strecken», sagt Kundri Böhmer-Bauer, Trainerin für Sicherheit in Krisenregionen. Oder man hat bereits von zu Hause aus einen Shuttle gebucht. Denn als Reisender landet man oft gestresst und übermüdet, kennt sich nicht mit den Preisen aus und wird schnell übers Ohr gehauen.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Das Taxi

Auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern muss man darauf achten, am Taxistand nicht betrogen zu werden. Zum Beispiel sollte man sich nie von einem Taxifahrer aussuchen lassen oder Fahrern vertrauen, die vom offiziellen Stand ablenken. «Sie sind oft nicht registriert und in der Regel teurer», sagt Böhmer-Bauer. Ob ein Taxi echt ist, zeigt in der Regel eine Lizenz hinter dem Fenster. Auf dem Weg vom Hotel zum Flughafen lässt man sich am besten ein Taxi vom Hotel bestellen, da diese in der Regel mit registrierten Unternehmen zusammenarbeiten.

Die Fahrt mit dem Taxi lohnt sich gerade dann, wenn man viel oder unhandliches Gepäck hat. Denn das lässt sich einfacher verstauen, als das in einem Bus oder in der Bahn möglich wäre. Außerdem kann man sich während der Fahrt aufs Meeting vorbereiten oder sich anders beschäftigen - ein Pluspunkt in Sachen Komfort.

Den Preis bestimmt dann entweder das eingeschaltete Taxameter, oder man handelt vorher aus, wie viel die Fahrt kostet. Dazu sollte man Kleingeld in Landeswährung dabeihaben. Die Kosten unterscheiden sich natürlich je nach Land: Wer zum Beispiel vom Flughafen Köln-Bonn in die Kölner Innenstadt möchte, legt eine Strecke von etwa 18 Kilometer zurück und zahlt laut der App «Taxi-Rechner» rund 37 Euro. Die ähnlich lange Strecke vom Flughafen Kapstadt in die Innenstadt kostet rund 240 Rand, umgerechnet rund 15 Euro. Von Fahrten per Anhalter und mit sogenannten Minibus-Taxis rät das Auswärtige Amt dort dringend ab.

Der Chauffeurdienst

Einen Transferservice in der Luxusvariante bieten Chauffeurdienste, die deutschlandweit von vielen regionalen Fahrdienstunternehmen angeboten werden. In Deutschland sind das unter anderem die Chauffeurdienste MyDriver von Sixt und Bettertaxi. Dort kann man schon vor Reisebeginn online, per App und bei MyDriver auch telefonisch einen Transfer buchen. Je nach Zahl der Fahrgäste und Gepäckstücke kann man sich bei den Anbietern ein Fahrzeug aus verschiedenen Kategorien aussuchen - und das zum Festpreis.

Der Vorteil für den Reisenden: Der Fahrer wartet pünktlich am Treffpunkt, und die Fahrt kann direkt losgehen. Damit der Fahrer nicht auf verspätete Flüge warten muss, kann man seine Flugnummer angeben. Die Chauffeure holen die Reisenden dann am Terminal ab, verstauen das Gepäck und bieten allen Reisenden einen sicheren Transfer - auch den Kleinsten. Denn Kindersitze können einfach dazugebucht werden, sagt Hanno Beisinghoff, Gründer und Geschäftsführer von Bettertaxi.

Der All-Inclusive-Festpreis bei MyDriver enthält sämtliche Gebühren, Steuern und sogar das Trinkgeld für den Fahrer. «Sollte es einen Stau auf der Strecke geben, entstehen für den Kunden keine zusätzlichen Kosten», sagt Imke Pieper von Sixt. Die Rechnung lässt sich dann bargeldlos mit Karte oder durch eine Rechnung per Mail oder Download bezahlen.

Bettertaxi gibt es noch nicht an allen deutschen Flughäfen. MyDriver bietet seinen Service hingegen an allen großen deutschen Flughäfen und weltweit in rund 150 Metropolen an. So kann man sich vom Flughafen Köln-Bonn zur 18 Kilometer entfernten Kölner Stadtmitte chauffieren lassen. Dafür zahlt man je nach Fahrzeugwahl zwischen 45 und 73 Euro. Für die ähnlich lange Strecke vom Flughafen Kapstadt in die Innenstadt zahlt man umgerechnet zwischen 30 bis 110 Euro.

Der öffentliche Nahverkehr

Wer auf eigene Faust den Weg zur Unterkunft finden möchte, kann es per Bus oder Bahn versuchen - sofern die Unterkunft so erreichbar ist und nur wenig Gepäck transportiert werden muss. Meist ist das günstiger als die Fahrt mit einem Taxi. An manchen Flughäfen gibt es spezielle Flughafenbusse, die bestimmte große Hotels anfahren. Andere verfügen über eine gute Anbindung an den Schienenverkehr und sind einfach mit der S-Bahn oder per Zug erreichbar. Am besten hat man dann ein bisschen Kleingeld in Landeswährung parat, um die Fahrkartenautomaten zu bedienen oder direkt beim Busfahrer zu bezahlen.

Während man in Deutschland problemlos den öffentlichen Verkehr nutzen kann, sieht das im Ausland oft anders aus. In weniger sicheren Ländern wie Indien sind die Busse oft überfüllt und unkomfortabel. Zwar gibt es in den Zügen extra Frauen-Abteile, doch in der Vergangenheit kam es immer wieder zu sexuellen Übergriffen auf Frauen. Daher sollte man dort und in ähnlich gefährlichen Ländern lieber einen privaten Transfer organisieren.

Wer es gerne günstig und schnell mag, ist mit dem öffentlichen Verkehr gut bedient. Vom Flughafen Köln-Bonn ist man in weniger als einer halben Stunde am Kölner Dom. Und das für einen wirklich unschlagbaren Preis: Nur 2,80 Euro kostet die Fahrt mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof in der Innenstadt. Auch in Kapstadt kommt man mit dem Nahverkehr günstig weg, und zwar mit dem «My Citi Airport Shuttle». Erwachsene zahlen dafür pro Fahrt nur etwa 4 Euro. Die Route verläuft zwischen dem Flughafen-Terminal und dem Zentrum von Kapstadt. Tagsüber fährt alle 20 Minuten ein Bus, der eine eigene Buslinie auf der Autobahn hat. So dauert die Fahrt nicht länger als eine halbe Stunde.

Jule Zentek, dpa

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