Streiks und Warnstreiks im deutschen Luftverkehr
Berlin (dpa) – Tarifkonflikte haben in den vergangenen Monaten den Flugverkehr in Deutschland häufiger beeinträchtigt als früher. 2. März: In Berlin legen die Flughafen-Mitarbeiter für je dreieinhalb Stunden die Arbeit nieder – am Morgen in Tegel, am Abend in Schönefeld. Insgesamt fallen fast 50 Flüge aus. 6. März: Am Frankfurter Flughafen treten die von Verdi […]
Berlin (dpa) – Tarifkonflikte haben in den vergangenen Monaten den Flugverkehr in Deutschland häufiger beeinträchtigt als früher.
2. März: In Berlin legen die Flughafen-Mitarbeiter für je dreieinhalb Stunden die Arbeit nieder – am Morgen in Tegel, am Abend in Schönefeld. Insgesamt fallen fast 50 Flüge aus.
6. März: Am Frankfurter Flughafen treten die von Verdi organisierten Reisegepäckkontrolleure für knapp vier Stunden in einen Warnstreik. Bei der Gepäckkontrolle habe es einen Rückstau gegeben, der Flugbetrieb sei aber normal verlaufen, erklärt der Flughafenbetreiber Fraport.
Bis 21. März: Am Frankfurter Flughafen fallen während eines fünftägigen Arbeitskampfes mehr als 1700 Flüge aus, rund 170 000 Passagieren sind betroffen. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) will für Verkehrsdisponenten, Vorfeldlotsen und Flugzeug-Einweiser mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen erzwingen.
27. März: Wegen Warnstreiks an den Flughäfen in Frankfurt/Main, Köln/Bonn, Düsseldorf, München, Stuttgart, Bremen und Hannover fallen hunderte Flüge aus. Über Stunden sorgen die von der Gewerkschaft Verdi vertretenen Mitarbeiter der Feuerwehr, Gepäckabfertigung und der Bodenverkehrsdienste dafür, dass an den Airports nicht mehr viel geht. An den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld legen zudem rund 1500 Beschäftigte des Bodendienstleisters Globeground die Arbeit nieder.
7. September: Die Gewerkschaft Ufo verursacht den bislang größten Ausfall an einem einzigen Streiktag in der Geschichte der Lufthansa. Rund 1000 Flüge werden gestrichen, mehr als 100 000 Passagiere sind betroffen. Es ist der erste bundesweite Streik der rund 18 000 Lufthansa-Flugbegleiter. Bei zwei Streikwellen in den Tagen zuvor waren insgesamt bereits rund 500 Flüge ausgefallen.
10. Dezember: Warnstreiks des privaten Sicherheitspersonals führen an mehreren deutschen Flughäfen zu Verspätungen. Die Gewerkschaft Verdi hatte zu den Aktionen aufgerufen. Hintergrund sind stockende Verhandlungen über einen Manteltarifvertrag. Die Auswirkungen waren unterschiedlich: In Frankfurt gab es kaum Probleme, in Berlin-Tegel fielen 42 Flüge aus, in Hamburg, Düsseldorf und Köln/Bonn mussten Fluggäste mehrstündige Verspätungen in Kauf nehmen.
18. Januar 2013: Ein Streik führt zu einem Chaos am Hamburger Flughafen und legt den Airport weitgehend lahm. Die meisten Beschäftigten an den Sicherheitskontrollen folgen einem Verdi-Aufruf und legen für den ganzen Tag die Arbeit nieder. Nur zwei oder drei der 40 Sicherheitsschleusen bleiben offen, es bilden sich lange Schlangen. Betroffen sind rund 19 000 Reisende, für geschätzte 12 000 fiel die geplante Reise flach.
24./25. Januar: Das private Sicherheitspersonal auf den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn streikt an zwei Tagen und sorgt für erhebliche Behinderungen. Allein in Düsseldorf werden 350 Verbindungen gestrichen, in Köln/Bonn 90. Verdi will mit dem Ausstand ihre Forderung nach Lohnaufschlägen von 30 Prozent für die Fluggastkontrolleure durchsetzen.