Die Kabinengewerkschaft Ufo fürchtet Nachteile für Beschäftigte der Lufthansa-Tochter Eurowings Europe, die im laufenden Jahr von Österreich nach Malta verlegt werden soll. Insbesondere am Standort München deute vieles auf eine Betriebsschließung hin, kritisierte die Gewerkschaft am Dienstag in Mörfelden-Walldorf bei Frankfurt. «Die Mitarbeitenden befürchten, im hochproduktiven Sommer noch einmal alles geben und danach gehen zu müssen», erklärte Ufo-Tarifreferent Maximilian Kampka.

Eurowings hatte in der vergangenen Woche bekanntgegeben, dass man die pan-europäische Teilgesellschaft Eurowings Europe von Wien nach Malta verlegen will. Als Grund wurden Probleme bei der Doppelbesteuerung der Gehälter in Österreich angegeben, die nach maltesischem Steuerrecht nicht vorhanden seien. Die Gehälter und Sozialabgaben würden für die Beschäftigten im jeweiligen Land ihrer Tätigkeit abgerechnet. Einen ähnlichen Weg war zuvor der Ryanair-Konzern gegangen, dessen deutsche Beschäftigte schon länger bei einem Flugbetrieb in Malta angestellt sind. Ufo-Vize Anja Bronstert vermutete zudem Steuervermeidungsstrategien der Fluggesellschaften.

München ist insofern eine Ausnahme bei Eurowings, dass hier die Beschäftigten bislang nicht bei der deutschen Teilgesellschaft, sondern bei der Eurowings Europe in Wien angestellt sind. Der Lufthansa-Konzern will an dem süddeutschen Drehkreuz zudem die Schwester-Gesellschaft Eurowings Discover ausbauen. Dem Europe-Personal würden Job-Angebote innerhalb des Konzerns gemacht, erklärte hingegen ein Eurowings-Sprecher. Allein Eurowings Deutschland habe derzeit Hunderte Stellen in Kabine und Cockpit ausgeschrieben.

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