Es ist Juli, Ferienzeit. Viele Italiener und viele Touristen sind mit der Bahn unterwegs. Ein Brand bremst stundenlang den Zugverkehr auf einer der wichtigsten Strecken aus. Und schon bald droht Reisenden neues Ungemach.

Rom (dpa) – Mitten in der Urlaubssaison ist in Italien nach einem Brand Chaos im Bahnverkehr ausgebrochen. Auf der wichtigen Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Florenz und Rom kam der Verkehr am Montag zeitweise komplett zum Erliegen. An Bahnhöfen strandeten in der Sommerhitze Massen von Reisende, es bildeten sich lange Schlangen.

Züge hätten bis zu vier Stunden Verspätung, mehr als 40 wurden komplett gestrichen, erklärte die staatliche Eisenbahngesellschaft RFI. Grund war ein Feuer in einem Schaltkasten zur Regelung der Hochgeschwindigkeitszüge in Rovezzano bei Florenz. Das Unternehmen geht von Brandstiftung durch Unbekannte aus.

Innenminister Matteo Salvini wollte prüfen, ob das Feuer von Menschen aus der Anarchisten-Szene oder von Gegnern der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Turin und Lyon (TAV) gelegt wurde. Die Täter «verdienen Jahre im Gefängnis», sagte Salvini.

Von 5 Uhr bis 8 Uhr morgens wurde die gesamte Strecke zwischen Florenz und Rom gesperrt – es ist die Verbindungsachse zwischen Nord und Süditalien, also zwischen Mailand und Neapel. Zwar rollten danach wieder langsam die Züge an, aber es könnte noch den ganzen Tag zu Problemen kommen, so RFI. Auch an Bahnhöfen wie in Turin, weit im Norden, warteten die Menschen Stunden auf ihre Weiterfahrt.

Schon am Mittwoch droht Reisenden in Italien wieder Ungemach: Gewerkschaften haben zu Streiks bei der Bahn, Autovermietungen, Schiffen und Taxis aufgerufen. Der Streik soll aber vor allem regionale Züge betreffen und auf einige Stunden begrenzt sein. Am Freitag soll es dann Streiks im Flugverkehr geben.