Zug zu spät: Bahn plant einfachere Anträge für Entschädigungen

Berlin (dpa) - Bahnkunden sollen künftig bei Verspätungen einfacher und auf digitalem Weg Entschädigungen beantragen können. «Es ist verständlich, dass das derzeitig praktizierte Entschädigungsverfahren von unseren Kunden als nicht mehr zeitgemäß empfunden wird und diese sich einfache Lösungen wünschen», sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Bahn wolle den Entschädigungsprozess vereinfachen und arbeite an notwendigen technischen Voraussetzungen für eine digitale Prozessvariante.

Der bundeseigene Konzern stehe im Kontakt sowohl mit dem Verbraucherschutz- als auch dem Verkehrsministerium. «Die Digitalisierung des Fahrgastrechteprozesses ist allerdings sowohl fachlich wie technisch komplex und erfordert daher noch etwas Zeit.»

Bisher müssen Bahnkunden für eine Entschädigung ein Formular ausfüllen, es in einem Reisezentrum abgeben oder per Post an das Servicecenter Fahrgastrechte in Frankfurt schicken. Bei der Entschädigung gilt: Kommt der Reisende mindestens eine Stunde zu spät, erhält er auf Antrag ein Viertel des Fahrpreises zurück. Ab zwei Stunden ist es die Hälfte.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hatte sich für automatische Entschädigungen von Fahrgästen bei Verspätungen im Bahn- und Luftverkehr ausgesprochen. «Wir werden die Fahrgastrechte stärken müssen - bei der Bahn, aber auch im Luftverkehr. Das wäre ein Anreiz für mehr Pünktlichkeit», sagte der CSU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). «Ich wäre für eine automatische Entschädigung bei Verspätungen. Darüber sind wir gerade mit dem Justizministerium im Gespräch.» Verbraucherschützer treten seit langem für einfachere Entschädigungen bei Verspätungen ein.

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