Berlin (dpa) – Nach Ansicht des Flugunfallexperten Tim van Beveren ist zu Beginn der Ermittlungen zur Germanwings-Katastrophe noch nicht klar gewesen, wer zum Zeitpunkt des Absturzes im Cockpit saß. Dennoch hätten die französischen Ermittler bereits 48 Stunden nach dem Unglück dem Copiloten Andreas Lubitz die Verantwortung für den Absturz gegeben. Dies sei eine Vorverurteilung gewesen, die […]

Berlin (dpa) – Nach Ansicht des Flugunfallexperten Tim van Beveren ist zu Beginn der Ermittlungen zur Germanwings-Katastrophe noch nicht klar gewesen, wer zum Zeitpunkt des Absturzes im Cockpit saß. Dennoch hätten die französischen Ermittler bereits 48 Stunden nach dem Unglück dem Copiloten Andreas Lubitz die Verantwortung für den Absturz gegeben. Dies sei eine Vorverurteilung gewesen, die die weiteren Ermittlungen beeinflusst habe, sagte er am Freitag auf einer Pressekonferenz in Berlin. Nach den offiziellen Erkenntnissen der Ermittler hatte der Copilot Andreas Lubitz den Airbus absichtlich gegen einen Berg in Südfrankreich gesteuert.

Van Beveren kritisierte zudem, dass bei den Ermittlungen zur Unfallursache nur Ingenieure eingesetzt worden seien, aber keine «Human Factor»-Experten, die darauf spezialisiert seien, den Faktor Mensch zu analysieren. Diese könnten beispielsweise aus Stimmenrekorder- und Funk-Aufzeichnungen auf Stress schließen.