Berlin (dpa) – Sie werden nicht pünktlich fertig und immer teurer. Die drei «Promis» unter den Großprojekten, die es in sich haben: FLUGHAFEN BERLIN BRANDENBURG (BER): Das Vorzeigeprojekt vor den Toren Berlins ist vor allem wegen der mehrfach verschobenen Eröffnung zum Gespött geworden. Nachdem der Termin 3. Juni 2012 wegen Problemen mit dem Brandschutz, Baupfusch […]

Berlin (dpa) – Sie werden nicht pünktlich fertig und immer teurer. Die drei «Promis» unter den Großprojekten, die es in sich haben:

FLUGHAFEN BERLIN BRANDENBURG (BER): Das Vorzeigeprojekt vor den Toren Berlins ist vor allem wegen der mehrfach verschobenen Eröffnung zum Gespött geworden. Nachdem der Termin 3. Juni 2012 wegen Problemen mit dem Brandschutz, Baupfusch und Planungsfehlern nicht gehalten werden konnte, ist der Flughafen-Start nach zwei weiteren Verschiebungen nun für das zweite Halbjahr 2017 vorgesehen. Ex-Bahnchef Hartmut Mehdorn hat inzwischen als BER-Chef kapituliert, nun soll es Karsten Mühlenfeld richten. Der neue Hauptstadtflughafen wird mindestens 5,4 Milliarden Euro kosten – einst waren 2 Milliarden Euro kalkuliert.

STUTTGART 21: Es sind vor allem die Massenproteste der «Wutbürger», die die Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs bundesweit in die Schlagzeilen bringen. Bei einer Volksabstimmung 2011 unterlagen die S21-Gegner. Heute sind die Montagsdemos nur noch klein. Bleiben die Kosten: In einer Rahmenvereinbarung von Bahn, Bund, Land und Stadt waren 1995 rund fünf Milliarden Mark (knapp 2,6 Mrd Euro) vorgesehen. Inzwischen hat die Bauherrin Deutsche Bahn den Finanzrahmen auf bis zu 6,5 Milliarden Euro erweitert. In Betrieb gehen soll der neue Bahnhof 2021, nach elf Jahren Bauzeit. Kritiker haben ihre Zweifel.

ELBPHILHARMONIE: Der spektakuläre Bau im Hamburger Hafen sollte einmal 77 Millionen Euro kosten. Mittlerweile liegt die Summe bei mindestens 789 Millionen Euro – wegen unfertiger Planung, mangelnder Kontrolle und Chaos auf der Baustelle, wie ein Untersuchungsausschuss in seinem Abschlussbericht feststellte. Öffnen soll das Konzerthaus der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron nun am 11. Januar 2017 – Richtfest war schon im Mai 2010 gefeiert worden. Nach langen Streitigkeiten und einem Baustopp einigten sich die Stadt und der Konzern Hochtief 2013 vertraglich auf den Weiterbau.