Aus der Türkei sollten 2000 Aushilfen kommen, um das Chaos an den deutschen Flughäfen zu lindern. Dass nun deutlich weniger Menschen mitanpacken, liegt aus Sicht der Verbände an bürokratischen Vorgaben.

Aus der geplanten Soforthilfe gegen das Abfertigungschaos an den deutschen Flughäfen ist vorerst wenig geworden. Statt der angekündigten bis zu 2000 Hilfskräfte aus der Türkei sprechen die Organisatoren nun nur noch von 250 Menschen, die bis Mitte August ihre Jobs antreten könnten. Mit Blick auf die erforderlichen Unterlagen liege man in den «Endzügen», sagte der Chef des Arbeitgeberverbands Bodenverkehrsdienste (ABL), Thomas Richter, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch). An den Flughäfen München, Nürnberg und Frankfurt könnten sie Abhilfe schaffen.

Wie Richter kritisierte auch der Bundesverband der deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) das Verfahren. Die Politik sei zwar guten Willens gewesen, habe aber Bürokratisierungshemmnisse aufgebaut, sagte BDL-Präsident Jost Lammers am Mittwoch. Das habe die Nachfrage nach diesen Aushilfen deutlich verringert, merkte der Münchener Flughafenchef an.

Entscheidend war dem Verband zufolge die «unrealistische» Vorgabe vom 6. Juli, dass bereits Ende Juli alle erforderlichen Genehmigungen einschließlich der Sicherheitsüberprüfung vorliegen müssten. Allein die Sicherheitsüberprüfung dauere in einigen Bundesländern bis zu sechs Wochen. Aus Sicht des BDL wie auch des Flughafenverbandes ADV könne die Prüfung verkürzt werden, ohne auf Sicherheitsstandards zu verzichten. Laut BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow hat der Bund die Frist inzwischen verlängert.

Wegen der Personalengpässe an einigen Flughäfen hatte die Bundesregierung die Möglichkeit geschaffen, Aushilfskräfte aus Drittstaaten zu rekrutieren. Dafür wurde pauschal auf die Überprüfung verzichtet, ob es für diese Jobs auch Bewerber aus dem Inland geben könnte. Die Hilfskräfte müssen aber eine Zuverlässigkeitsprüfung durchlaufen. An der Übereinkunft waren die Ministerien für Verkehr, Inneres und Soziales beteiligt.

dpa