Brüssel (dpa) – Die EU-Kommission zweifelt an der Rechtmäßigkeit staatlicher Hilfe für die kriselnde skandinavische Fluggesellschaft SAS. Die obersten Wettbewerbshüter Europas leiteten eine eingehende Untersuchung eines Reformplans zugunsten von SAS durch Dänemark und Schweden im vergangenen Jahr ein, wie die EU-Behörde am Mittwoch in Brüssel mitteilte. Dabei geht es um die Erneuerung einer bestehenden Kreditlinie […]

Brüssel (dpa) – Die EU-Kommission zweifelt an der Rechtmäßigkeit staatlicher Hilfe für die kriselnde skandinavische Fluggesellschaft SAS. Die obersten Wettbewerbshüter Europas leiteten eine eingehende Untersuchung eines Reformplans zugunsten von SAS durch Dänemark und Schweden im vergangenen Jahr ein, wie die EU-Behörde am Mittwoch in Brüssel mitteilte. Dabei geht es um die Erneuerung einer bestehenden Kreditlinie von umgerechnet rund 400 Millionen Euro. Diese wurde von den beiden EU-Ländern Schweden und Dänemark sowie Norwegen und mehreren Banken gewährt.

Die Kommission hat Zweifel, dass der neue Kredit zu Marktbedingungen gegeben wurde. Während die Regierungen einen größeren Teil leisteten, habe sich der Beitrag der Banken verringert. Die EU-Behörde hat den Verdacht, dass die Länder nicht wie private Geldgeber gehandelt hätten, sondern mit Steuergeldern SAS subventionieren wollten. Eine Frist für die Entscheidung gibt es nicht.

SAS ist die größte Luftverkehrsgesellschaft in Skandinavien. Ihre Haupteigner sind Schweden, Dänemark und Norwegen. Nach Ansicht der EU-Kommission sind dagegen mehrere andere Maßnahmen zugunsten von SAS rechtmäßig gewesen.

Ein Sprecher von SAS sagte auf Anfrage: «Wir kommentieren laufende Untersuchungen nicht. Das ist eher eine Sache für unsere Eigentümer.» Die dänische Regierung wertet die Kredite nicht als staatliche Beihilfe. Dänemarks Finanzminister Bjarne Corydon sagte: «Wir sind immer noch der Auffassung, dass unsere Teilnahme an der Kreditlinie von einem reinen wirtschaftlichen Interesse motiviert war und wir wie ein Investor gehandelt haben.»