Zürich, 10. September 2019

Forscher testen am Flughafen Zürich leisere Anflüge. Der Lärm soll mit einem neuen Assistenzsystem um bis zu ein Viertel reduziert werden, wie die Wissenschaftler am Dienstag in Dübendorf bei Zürich berichteten.

Die Software macht etwa Vorgaben, wann das Flugzeug sinken oder wann das Fahrwerk ausgefahren werden soll.

Streit über den Fluglärm belastet seit Jahrzehnten die Beziehungen zwischen Deutschland und der Schweiz. Der Flughafen in Zürich-Kloten liegt nur rund 15 Kilometer südlich der deutschen Grenze. Beide Seiten handelten 2012 einen Staatsvertrag über Flugrouten und Lärmbelastung aus. Allerdings wurde er in Deutschland nie ratifiziert. Deutschland verlangt bis heute Nachbesserungen zum Lärmschutz.

Diese Woche ist ein Testflugzeug des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Einsatz. Piloten fliegen mit einem Airbus A320 Anflüge mit und ohne Nutzung des Assistenzsystems. In etwa 300 Metern Höhe brechen sie den Landeanflug ab und fliegen eine Schleife für den nächsten Landeanflug. Die Daten werden anschließend von der Stiftung Skylab, dem DLR und der Schweizer Forschungsinstitution Empa ausgewertet. Bis Ende der Woche sind nach Angaben der Forscher etwa 70 Anflüge geplant. Der Lärm werde an zwei Stationen in Deutschland und an fünf Stationen in der Schweiz gemessen.