MTU Aero Engines steigert den Umsatz nach neun Monaten um 13 Prozent. Die Instandhaltung wächst kräftig, die Marge sinkt. Zahlen und Prognose im Überblick.

MTU Aero Engines wächst weiter, und zwar vor allem über die Instandhaltung. In den ersten neun Monaten 2026 stieg der bereinigte Umsatz des Münchner Triebwerksherstellers um 13 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) lag mit 1.042 Millionen Euro erstmals nach drei Quartalen über der Milliardenmarke. Mit einem Plus von 5 Prozent wuchs es allerdings deutlich langsamer als der Umsatz. Die bereinigte EBIT-Marge sank deshalb von 15,9 auf 14,6 Prozent. Der bereinigte Gewinn nach Steuern legte um 4 Prozent auf 751 Millionen Euro zu, berichtet ging er dagegen um 12 Prozent auf 675 Millionen Euro zurück.

Zivile Instandhaltung bleibt Wachstumsmotor bei MTU

Die zivile Instandhaltung (MRO) steigerte ihren Umsatz um 19 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro, auf Dollarbasis sogar um 23 Prozent. Damit stammen inzwischen gut 70 Prozent der Erlöse aus diesem Segment. Rund 45 Prozent des MRO-Umsatzes entfielen auf Getriebefan-Triebwerke. Hier kamen nicht nur mehr Shop Visits in die Werkstätten, pro Besuch wurde auch mehr Material verbaut. Zulegen konnten außerdem die unabhängige Instandhaltung, das Leasing- und Asset-Management sowie die Teilereparatur.

Das bereinigte EBIT der Sparte wuchs um 15 Prozent auf 408 Millionen Euro. Die Marge ging leicht von 8,3 auf 8,0 Prozent zurück. Als Gründe nennt die MTU den Hochlauf ihres Standorts im texanischen Fort Worth und den steigenden Anteil der margenschwächeren Getriebefan-Instandhaltung.

Neugeschäft der MTU tritt auf der Stelle

Im OEM-Geschäft erzielte die MTU einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro, ein Plus von 2 Prozent. Das zivile Triebwerksgeschäft blieb mit 1,6 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Laut Unternehmen lieferte die MTU mehr Serientriebwerke aus, während der Anteil der Ersatztriebwerke sich normalisierte. Das Ersatzteilgeschäft wuchs organisch im mittleren Zehner-Prozentbereich, getragen vom V2500 für die klassische A320-Familie, vom PW1100G-JM für die A320neo und von Programmen für Geschäftsreiseflugzeuge.

Das Militärgeschäft wuchs um 13 Prozent auf 472 Millionen Euro. Wichtigste Treiber waren das EJ200 des Eurofighters und das TP400-D6 der A400M. Das bereinigte EBIT im OEM-Segment lag mit 633 Millionen Euro knapp unter dem Vorjahr, die Marge sank von 31,1 auf 30,3 Prozent. Im dritten Quartal allein fiel sie von 34,8 auf 28,6 Prozent.

Prognose 2026: MTU engt Umsatzspanne ein

Für das Gesamtjahr erwartet die MTU nun einen Umsatz zwischen 9,5 und 9,7 Milliarden Euro, bisher lag die Untergrenze bei 9,2 Milliarden. Neben der Nachfrage hilft ein günstigerer Dollarkurs. Die Prognose geht im vierten Quartal von 1,15 US-Dollar je Euro aus. Für Instandhaltung und Ersatzteile rechnet der Konzern jetzt jeweils mit organischem Wachstum im mittleren Zehner-Prozentbereich.

Deutlich zurückgenommen hat die MTU dagegen die Erwartung für das zivile Seriengeschäft. Statt eines Plus im mittleren bis hohen Zehner-Prozentbereich erwartet sie dort nur noch Wachstum im mittleren bis hohen einstelligen Bereich. Beim bereinigten EBIT bleibt es bei 1,35 bis 1,45 Milliarden Euro.

Cashflow und Investitionen bei MTU

Der Free Cashflow stieg um 67 Prozent auf 466 Millionen Euro. Die Cash Conversion Rate erreichte 62 Prozent nach 39 Prozent im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr hebt die MTU ihr Ziel zum zweiten Mal an, nun auf 55 bis 60 Prozent. Zu Jahresbeginn waren 45 bis 55 Prozent geplant.

Die Netto-Investitionen in Sachanlagen stiegen um 82 Prozent auf 280 Millionen Euro. Das Geld floss vor allem in neue Produktionskapazitäten in Deutschland und Fort Worth sowie in das Leasinggeschäft. Für Forschung und Entwicklung gab die MTU 296 Millionen Euro aus, 8 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Auftragsbestand lag Ende September bei 29,8 Milliarden Euro, die Zahl der Beschäftigten stieg auf 14.242.