Lufthansa Group: Aus Green Fare wird neuer Tarif-Name
Die Lufthansa Group benennt den Green Fare in Impact Fare um. Was hinter dem Tarif steckt, wie SAF und Klimaprojekte verrechnet werden und warum der Name wechselt.
Die Lufthansa Group verabschiedet sich vom Begriff „Green Fare“. Der Tarif, mit dem Fluggäste einen Teil ihrer Emissionen kompensieren und den Einsatz nachhaltiger Kraftstoffe mitfinanzieren, heißt künftig Impact Fare. Am Prinzip ändert sich wenig, wohl aber an der Kommunikation dahinter.
Warum der Lufthansa Impact Fare einen neuen Namen trägt
Der Wechsel ist vor allem eine Reaktion auf strengere Regeln für Umweltaussagen in der Werbung. In der EU stehen pauschale Versprechen wie „grün“ oder „klimafreundlich“ zunehmend unter Beobachtung, wenn sie sich nicht konkret belegen lassen. Mit „Impact“ rückt die Lufthansa Group nach eigener Darstellung den aktiven Beitrag der Kundinnen und Kunden in den Vordergrund, statt dem Flug selbst ein ökologisches Etikett anzuheften. Ein Flug wird durch den Tarif schließlich nicht emissionsfrei, er wird lediglich mit zusätzlichen Maßnahmen verknüpft.
So funktioniert der Impact Fare der Lufthansa Group
Der Tarif setzt auf zwei Bausteine. Zum einen verpflichtet sich der Konzern, für jede Buchung innerhalb von sechs Monaten nach dem Abflug zusätzlich Sustainable Aviation Fuel (SAF) in den Flugbetrieb einzubringen. Zum anderen fließt Geld in Klimaschutzprojekte außerhalb der eigenen Wertschöpfungskette, die je nach Ausrichtung CO₂ vermeiden oder der Atmosphäre entziehen sollen.
Die Aufteilung hängt von der Strecke ab. Auf Flügen innerhalb Europas deckt der SAF-Anteil 20 Prozent der geschätzten flugbezogenen CO₂-Emissionen ab, die übrigen 80 Prozent werden über Klimaprojekte adressiert. Auf Langstrecken verschiebt sich das Verhältnis auf zehn zu 90 Prozent. Der Großteil des Ausgleichs läuft also weiterhin über Projekte, deren Wirkung in der Branche immer wieder kontrovers diskutiert wird, während der direkt im eigenen Betrieb wirksame SAF-Anteil vergleichsweise klein bleibt.
Buchbar ist der Impact Fare bei allen Airlines der Gruppe und in sämtlichen Reiseklassen. Wer ihn wählt, erhält zusätzliche Meilen und Points. Abhängig von Buchungsklasse und Ziel kommen flexiblere oder kostenlose Umbuchungsoptionen hinzu, was den Tarif auch jenseits des Klimaaspekts attraktiv machen soll.
Fünf Millionen Buchungen seit dem Green-Fare-Start
Eingeführt wurde der Green Fare 2023. Seither haben nach Konzernangaben mehr als fünf Millionen Passagiere den Tarif gebucht. Die Zahl zeigt, dass es eine relevante Nachfrage nach solchen Angeboten gibt, gemessen am gesamten Passagieraufkommen der Lufthansa Group bleibt der Anteil aber überschaubar.
Impact Fare als Teil der Lufthansa-Nachhaltigkeitsstrategie
Der Tarif ist einer von fünf Ansätzen, mit denen die Lufthansa Group ihre Emissionen senken will. Daneben setzt der Konzern auf die Erneuerung der Flotte mit sparsameren Flugzeugen, auf Effizienzmaßnahmen im Flugbetrieb, auf den Einsatz von SAF sowie auf eine stärkere Verknüpfung von Flug und Bahn. Hinzu kommen Angebote für Privat- und Geschäftskunden, die freiwillig zusätzlich investieren wollen. Unabhängig davon beteiligt sich das Unternehmen seit über 30 Jahren an der internationalen Klima- und Wetterforschung, etwa durch Messinstrumente an Bord ausgewählter Flugzeuge.
Der neue Name ändert an der grundsätzlichen Logik des Angebots nichts. Er macht aber deutlicher, worum es geht: nicht um einen „grünen“ Flug, sondern um einen freiwilligen Aufpreis für zusätzliche Klimamaßnahmen.
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