Ethiopian Airlines bestellt Boeing 777-8F
Ethiopian Airlines baut ihr Frachtgeschäft weiter aus. Die äthiopische Staatsairline hat bei Boeing acht Maschinen vom Typ 777-8F sowie zwei weitere 777F bestellt. Damit ist sie die erste Fluggesellschaft Afrikas, die sich für den neuen Großraumfrachter der 777X-Familie entscheidet.
Die Vereinbarung wurde am 30. September in Addis Abeba bekannt gegeben. Insgesamt umfasst sie zehn Frachtflugzeuge. Zum Listenpreis und zu möglichen Rabatten machten beide Unternehmen keine Angaben. Für Ethiopian Airlines ist der Auftrag ein weiterer Schritt in einer Strategie, die das Unternehmen seit Jahren konsequent verfolgt: Addis Abeba soll das zentrale Drehkreuz für Luftfracht zwischen Afrika und dem Rest der Welt werden.
Ethiopian Airlines setzt beim 777-8F auf Effizienz
Konzernchef Mesfin Tasew begründete die Bestellung mit der weltweit steigenden Nachfrage nach Luftfrachtkapazitäten. Die neuen Flugzeuge sollen nach seinen Worten mehr Nutzlast, höhere Flexibilität im Betrieb und geringere Kosten bringen. Zugleich betonte er die Rolle Äthiopiens als Bindeglied in globalen Lieferketten.
Boeing-Vertriebschef Brad McMullen verwies auf die lange Geschäftsbeziehung beider Unternehmen. Dass mit Ethiopian erstmals eine afrikanische Airline den 777-8F bestellt, dürfte für den US-Hersteller auch ein willkommenes Signal sein. Das 777X-Programm hat in den vergangenen Jahren vor allem durch Verzögerungen bei der Zulassung Schlagzeilen gemacht.
Boeing 777-8F: Technische Daten des neuen Frachters
Der 777-8F basiert auf der 777X-Plattform und gilt als größter zweistrahliger Frachter der Welt. Boeing gibt die maximale strukturelle Nutzlast mit 118 Tonnen an. Damit soll das Flugzeug bei Zuladung und Reichweite in etwa mit heutigen Großraumfrachtern gleichziehen – allerdings mit deutlich geringerem Verbrauch.
Nach Herstellerangaben liegt der Treibstoffverbrauch und damit auch der CO₂-Ausstoß um rund 30 Prozent unter dem bisheriger Modelle. Die Betriebskosten pro Tonne sollen um etwa ein Viertel sinken, der Lärmteppich bei Start und Landung kleiner ausfallen. Wie sich diese Werte im Linienbetrieb bestätigen, wird sich erst nach der Indienststellung zeigen.
Die beiden zusätzlichen 777F ergänzen den Auftrag sinnvoll: Das bewährte Muster ist sofort verfügbar und kann Kapazitätslücken überbrücken, bis die ersten 777-8F ausgeliefert werden.
Cargo-Flotte von Ethiopian Airlines im Überblick
Schon heute ist Ethiopian die mit Abstand größte Frachtfluggesellschaft Afrikas. Die Cargo-Flotte umfasst derzeit:
- zwölf Boeing 777F
- zwei Boeing 767F
- vier Boeing 737-8F
Mit diesen Flugzeugen bedient die Airline mehr als 70 reine Frachtziele in Afrika, Asien, Europa, dem Nahen Osten und Nordamerika. Hinzu kommt die Beiladefracht in den Passagiermaschinen, die einen erheblichen Teil des Umsatzes ausmacht.
Ethiopian Airlines und die Zukunft der Luftfracht in Afrika
Der Auftrag zeigt, wie stark Ethiopian Airlines auf das Frachtgeschäft als zweites Standbein setzt. Während viele afrikanische Airlines mit finanziellen Problemen und kleinen Flotten kämpfen, hat sich die äthiopische Gesellschaft zu einem der wachstumsstärksten Cargo-Carrier weltweit entwickelt. Der Ausbau des Drehkreuzes Addis Abeba, einschließlich des geplanten neuen Großflughafens Bishoftu, unterstreicht diesen Kurs.
Mit dem 777-8F holt sich die Airline ein Flugzeug in die Flotte, das langfristig die älteren Frachter ersetzen und gleichzeitig zusätzliches Wachstum ermöglichen soll. Wann die erste Maschine nach Addis Abeba geht, ließen beide Seiten offen.