Lufthansa-Jubiläum: 7 kuriose Geschichten aus der Luftfahrt
Zum 100. Jubiläum: Sieben kuriose Geschichten aus der Geschichte der Lufthansa – von Sandsäcken an Bord bis zur Geburt in 39.000 Fuß Höhe.
Zum 100. Jubiläum blickt Lufthansa auf eine bewegte Geschichte zurück. Neben technischen Entwicklungen und neuen Flugzeugen sind es vor allem die kleinen, kuriosen und manchmal skurrilen Episoden, die zeigen, wie sehr sich die Luftfahrt verändert hat. Acht Beispiele aus fast einem Jahrhundert Flugbetrieb.
1. Geburt in 39.000 Fuß Höhe
Geburten an Bord von Lufthansa-Flugzeugen sind selten – doch am 26. Juli 2017 wurde ein Flug LH543 von Bogotá nach Frankfurt zu einem besonderen Ereignis. Kurz nach halb eins kam in 39.000 Fuß Höhe ein Junge zur Welt. An Bord der Airbus A340-300 (D-AIFC) befanden sich 190 Passagiere – darunter auch drei Ärzte. Die Geburt verlief problemlos. Ein Mediziner gab dem Neugeborenen sogar seinen Vornamen: Nikolai.
Als Geburtsort wurden Koordinaten eingetragen: 49 Grad Nord, 21 Grad West. Zwischen 1965 und diesem Zeitpunkt war es erst die elfte Geburt an Bord eines Lufthansa-Flugzeugs.
2. Mit dem Strick um den Hals
An die Fokker F.III erinnerten sich viele Piloten der frühen Luft Hansa nur ungern. Sie saßen direkt neben dem Motor – und zwar im Freien. Besonders bei stark ölenden Maschinen sahen die Flugzeugführer nach der Landung entsprechend aus. Während des Fluges kam es zudem vor, dass ihnen Karten aus der Hand gerissen wurden. Die Lösung: Die Piloten banden sich ihre Streckenkarten kurzerhand mit einem Strick um den Hals.
3. Sandsäcke statt Passagiere
Fliegen war in den zwanziger Jahren ein Luxus. Ein Ticket von Berlin nach Zürich kostete rund 140 Reichsmark – bei einem durchschnittlichen Jahreslohn von etwa 1600 Reichsmark. Entsprechend häufig starteten Maschinen mit wenigen oder gar keinen Passagieren. Da sich Flugzeuge damals noch nicht austrimmen ließen, behalf man sich pragmatisch: Fehlende Fluggäste wurden durch Sandsäcke ersetzt.
4. Der große Coup von New York
Einer der spektakulärsten Raubüberfälle in den USA ereignete sich 1978 am Flughafen New York-JFK. Die Täter erbeuteten rund fünf Millionen US-Dollar Bargeld sowie Juwelen im Wert von 875.000 Dollar – aus der Obhut der Lufthansa. Die Beute stammte aus Wechselstuben in Europa und wurde regelmäßig per Flug nach New York transportiert. Die Täter wurden jedoch nicht glücklich: Mehrere Beteiligte starben später gewaltsam, das Geld und die Juwelen wurden nie gefunden.
5. Rauchen über den Wolken
Was heute undenkbar erscheint, war früher Alltag: Rauchen an Bord gehörte lange zum Fliegen dazu. Noch in den neunziger Jahren wurde beim Einchecken gefragt: „Raucher oder Nichtraucher?“ In der Kabine wurde selbstverständlich geraucht. Erst nach und nach setzte ein Umdenken ein. Lufthansa verbot das Rauchen ab Oktober 1995 zunächst auf innerdeutschen Flügen, ab März 1998 schließlich auf allen Strecken. Laut Umfragen begrüßten 90 Prozent der Passagiere diesen Schritt.
6. Ausbildung im Schafstall
Der erste Flugbegleiter-Lehrgang der neu gegründeten Lufthansa fand 1955 unter ungewöhnlichen Bedingungen statt. Die Ausbildung wurde am Hamburger Flughafen durchgeführt – in einem ehemaligen Schafstall. „Es war lausig kalt“, erinnerte sich Teilnehmerin Margot von Engelmann-Rohde. Eine Heizung fehlte. In den Pausen halfen gymnastische Übungen, um sich aufzuwärmen.
7. Fenster auf im Flug
Im Sommerflugplan der Luft Hansa von 1927 findet sich ein heute kaum vorstellbarer Hinweis: Die Kabinenfenster konnten während des Fluges geöffnet werden – etwa, um beim Hinausstrecken des Arms die Geschwindigkeit zu spüren.
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