Am Flughafen Köln/Bonn war der Flugbetrieb für abreisende Passagiere vorübergehend ausgesetzt. Neue Technik im Fokus der Ermittlungen.

Am frühen Morgen war der Flughafen Köln/Bonn von einem umfangreichen Sicherheitsvorfall betroffen gewesen. Die Bundespolizei sperrte den Sicherheitsbereich in beiden Terminals, wodurch der Abflugverkehr zeitweise vollständig zum Erliegen kam. Für abreisende Passagiere bedeutete dies: Kein Zugang zur Luftsicherheitskontrolle, keine Möglichkeit zum Boarding. Mittlerweile ist die polizeiliche Maßnahme beendet Der reguläre Betrieb wird in Kürze wieder aufgenommen. Es kommt aktuell zu längeren Wartezeiten.

Nach offiziellen Angaben wurde die Luftsicherheits-Kontrollstelle gegen 6:37 Uhr geschlossen. Terminal 1 und 2 wurden vorsorglich geräumt. Die Maßnahme sei präventiv erfolgt, betonte ein Sprecher der Bundespolizei. Eine konkrete Gefährdung für Reisende oder Mitarbeitende habe zu keinem Zeitpunkt bestanden.

Der operative Einschnitt betraf ausschließlich abfliegende Passagiere. Da weder Personen- noch Handgepäckkontrollen durchgeführt werden konnten, war ein Betreten des Sicherheitsbereichs nicht möglich. Abflüge mussten folglich ausgesetzt werden.

Ankommende Flüge hingegen konnten regulär abgefertigt werden. Landende Maschinen waren nicht betroffen, Reisende konnten das Terminal ohne Einschränkungen verlassen. Dennoch kam es im Tagesverlauf zu Verzögerungen im Gesamtsystem, da Umläufe und Crew-Planungen durcheinandergerieten.

Für Airlines bedeutete die Lage eine kurzfristige Umplanung. In solchen Situationen greifen üblicherweise Notfall- und Krisenpläne, um Flugzeuge gegebenenfalls umzuleiten oder Slots neu zu koordinieren.

Neue Sicherheitstechnik im Fokus

Besonders brisant: Erst am Vortag war am Flughafen neue Sicherheitstechnik eingeführt worden. Ob ein Zusammenhang zwischen der technischen Umstellung und der Sperrung besteht, ist derzeit Gegenstand laufender Untersuchungen.

Moderne Sicherheitssysteme an deutschen Verkehrsflughäfen umfassen unter anderem fortschrittliche CT-Scanner für Handgepäck sowie digitalisierte Kontrollprozesse. Solche Umstellungen erfolgen meist schrittweise, um Störungen im laufenden Betrieb zu minimieren. Dennoch können gerade in der Einführungsphase technische Anpassungen oder Kalibrierungen erforderlich sein.

Die Bundespolizei betonte, dass derzeit noch keine gesicherten Aussagen zur Ursache gemacht werden könnten. Die Maßnahmen seien umfangreich und würden so lange andauern, bis sämtliche sicherheitsrelevanten Aspekte abschließend geprüft seien.

Bedeutung für den Luftverkehr in NRW

Der Flughafen Köln/Bonn zählt zu den wichtigsten Verkehrsflughäfen in Nordrhein-Westfalen. Neben touristischen Abflügen spielt er eine zentrale Rolle im Frachtgeschäft sowie für Low-Cost-Carrier. Eine vollständige Einstellung des Abflugverkehrs – selbst für wenige Stunden – hat daher unmittelbare Auswirkungen auf nationale und europäische Streckennetze.

Gerade in Zeiten hoher Auslastung können sicherheitsbedingte Unterbrechungen Dominoeffekte auslösen. Slots an Zielflughäfen verfallen, Crews erreichen ihre Dienstzeitgrenzen, Anschlussverbindungen gehen verloren. Entsprechend sensibel reagiert das System Luftverkehr auf operative Störungen.