Flughafen Frankfurt sendet Gate-Durchsagen direkt auf Hörgeräte und Kopfhörer
Der Flughafen Frankfurt ist weltweit der erste Airport, der Auracast für Gate-Durchsagen nutzt.
Der Flughafen Frankfurt (FRA) setzt erneut Maßstäbe in der digitalen Passagierkommunikation. Als weltweit erster Flughafen testet das größte deutsche Luftverkehrsdrehkreuz Auracast Broadcast Audio für öffentliche Gate-Durchsagen. Die innovative Bluetooth-Technologie ermöglicht es Reisenden, Durchsagen direkt über eigene Hörgeräte, Kopfhörer oder Smartphones zu empfangen .
Der Pilotbetrieb startet an den Gates A16 und A17 im Terminal 1 und richtet sich insbesondere an Passagiere mit Hörverlust. Weltweit sind rund 1,5 Milliarden Menschen von eingeschränktem Hörvermögen betroffen. Für sie sind klassische Lautsprecherdurchsagen in lauten Terminals oft schwer verständlich.
Wie Auracast am Flughafen Frankfurt funktioniert
Auracast ist Teil des Bluetooth-LE-Audio-Standards und erlaubt die Übertragung von Audiosignalen an eine unbegrenzte Zahl von Endgeräten gleichzeitig. Statt auf Lautsprecher angewiesen zu sein, können Passagiere aktiv einen Audiostream auswählen und die Durchsage wie einen persönlichen Audioinhalt hören – vergleichbar mit einem Telefonat oder Musikstreaming.
Die Technologie wurde nahtlos in die bestehende Gate-Infrastruktur integriert. Auracast-Sender sind direkt in die bereits vorhandenen IP-Sprechstellen eingebunden. Dadurch waren keine aufwendigen Umbauten erforderlich. Sowohl automatische als auch manuelle Gate-Durchsagen werden parallel klassisch und per Auracast ausgespielt.
Auracast am Flughafen Frankfurt als Baustein für mehr Inklusion
Für den Flughafenbetreiber Fraport ist das Projekt ein konsequenter Schritt in Richtung eines inklusiveren Reiseerlebnisses. Durch personalisierte Audioübertragungen gewinnen Passagiere mit Hörgeräten deutlich an Sicherheit und Orientierung. Gleichzeitig profitieren auch Reisende ohne Hörbeeinträchtigung von klareren Informationen, insbesondere in stressigen Boarding-Situationen.
Das Projekt wird im Rahmen eines hessischen Förderprogramms für digitale Barrierefreiheit umgesetzt und wissenschaftlich begleitet. In den kommenden Monaten sammeln die Projektpartner systematisch Feedback von Passagieren und Mitarbeitenden, um den Nutzen für Komfort, Verständlichkeit und Aufenthaltsqualität zu bewerten.
Unterstützung des Silent-Airport-Konzepts durch Auracast
Neben dem Inklusionsaspekt unterstützt Auracast am Flughafen Frankfurt auch das sogenannte „Silent Airport“-Konzept. Ziel ist es, die Anzahl klassischer Lautsprecherdurchsagen zu reduzieren und den Geräuschpegel in den Terminals spürbar zu senken. Wichtige Informationen wie Boarding-Aufrufe, Gate-Änderungen oder Verspätungen erreichen Reisende dennoch zuverlässig.
Moderne Smartphones sowie zahlreiche Hörgeräte und Kopfhörer führender Hersteller sind bereits Auracast-kompatibel. Damit ist die Einstiegshürde für Passagiere gering, während der Komfort deutlich steigt.
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