Am Frankfurter Flughafen laufen die Geschäfte etwas besser als üblich. Der Flughafenbetreiber Fraport treibt aber auch seine Strategie zur Internationalisierung entschlossen voran. Frankfurt/Main (dpa) – Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport will sein Geschäft zunehmend im Ausland machen. Während am Heimatflughafen der Ärger mit dem Hauptkunden Lufthansa weiterhin brodelt, steht in den kommenden beiden Jahren die Übernahme […]

Am Frankfurter Flughafen laufen die Geschäfte etwas besser als üblich. Der Flughafenbetreiber Fraport treibt aber auch seine Strategie zur Internationalisierung entschlossen voran.

Frankfurt/Main (dpa) – Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport will sein Geschäft zunehmend im Ausland machen. Während am Heimatflughafen der Ärger mit dem Hauptkunden Lufthansa weiterhin brodelt, steht in den kommenden beiden Jahren die Übernahme von 16 Flughäfen in Griechenland und Brasilien an. Das internationale Geschäft werde in den kommenden Jahren seinen Gewinnbeitrag von zuletzt 40 Prozent deutlich steigern, kündigte Fraport-Chef Stefan Schulte an. Bislang betreibt Fraport neben Frankfurt und Hannover acht weitere Flughäfen in aller Welt.

Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr trotz Terrorangst und Lufthansa-Streik so viel verdient wie nie zuvor. Dank einer Entschädigung für das vor Jahren geplatzte Terminalprojekt in der philippinischen Hauptstadt Manila stand unter dem Strich ein Gewinn von 375 Millionen Euro und damit 36 Prozent mehr als im Vorjahr, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Auch der Teilverkauf der Beteiligung am Flughafen St. Petersburg trieb das Ergebnis nach oben.

Das operative Ergebnis (Ebitda) wuchs um 24 Prozent auf den Rekordwert von 1,05 Milliarden Euro. Die Dividende soll um 15 Cent auf 1,50 Euro steigen. Für 2017 rechnet Vorstandschef Schulte inklusive Griechenland mit einem operativen Ergebnis von 980 Millionen bis 1,02 Milliarden Euro.

Am Heimatstandort Frankfurt soll die Zahl der Fluggäste von zuletzt knapp 61 Millionen in diesem Jahr um zwei bis vier Prozent zulegen. «Ich freue mich, dass Lufthansa in Frankfurt wachsen will und Eurowings hierher kommen will», erklärte Schulte. Zum Streit um die Gebührenrabatte für Ryanair sei man in ständigen Gesprächen und habe in den vielfältigen Geschäftsbeziehungen große Schnittmengen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat mit einer Klage gedroht, sollte Fraport weiterhin für gleiche Strecken ungleiche Gebühren verlangen.

Das internationale Segment trug bei Fraport im vergangenen Jahr 345,2 Millionen zum Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) bei, worin aber die hohen Einmalerträge für Manila und St. Petersburg enthalten sind. Sorgen machte zuletzt der türkische Ferienflughafen Antalya, wohin im laufenden Jahr aber zumindest die zahlungskräftigen russischen Gäste in größerer Zahl wieder zurückkehren sollen.

Für die 14 griechischen Flughäfen mit zuletzt 25,3 Millionen Passagieren erwartet Fraport im ersten Jahr rund 200 Millionen Euro Umsatz und einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von 60 Millionen Euro. Wegen der hohen Investitionen und Zinskosten werde unter dem Strich im ersten Jahr aber nicht mehr als eine schwarze Null stehen, erläuterte Finanzvorstand Matthias Zieschang. Die Übernahme hatte sich zuletzt verzögert. Nun sagte Schulte: «Ich bin mir sicher: Vor Ostern werden wir die Flughäfen übernehmen.» Alle Service-Verträge seien unterzeichnet und die Finanzierungsverträge dem Staat übergeben. «Wir sind auf der Zielgeraden.»

Erst am Donnerstag hatte der Konzern den Zuschlag zum Betrieb zweier Flughäfen ab 2018 in Brasilien erhalten. Die Konzession für den Airport Fortaleza soll über 30 Jahre laufen, die für den Flughafen Porto Alegre über 25 Jahre. Für die ersten Jahre rechnet Fraport auch wegen der hohen Investitionen mit Anlaufverlusten.

Große Pläne hat Fraport auch in der peruanischen Hauptstadt Lima. Den dortigen Flughafen managen die Frankfurter seit 16 Jahren und haben in dieser Zeit die Passagierzahl auf fast 20 Millionen annähernd verfünffacht. Nun stehen der Bau einer neuen Bahn und eines neues Terminals an, für die Fraport 1,5 Milliarden Euro investieren will. Das ist gut die Hälfte der Summe, die in Frankfurt in das Terminal 3 fließt. Das für 2023 geplante Gebäude werde «mit Sicherheit nicht» exklusiv von den arabischen Golf-Airlines genutzt, sagte Schulte. Es gebe auch Anfragen der ein oder anderen Allianz, die hier Umsteigeverkehre organisieren wollten. Über weitere Infrastruktur für Billigflieger sei noch nicht entschieden.