EU will Abkommen für mehr Wettbewerb im Luftverkehr aushandeln
07.06.2016 Fairen Wettbewerb, günstigere Tickets und neue Strecken erhofft sich die EU von neuen internationalen Luftverkehrsabkommen. Im Fokus stehen unter anderem die Golfstaaten und deren Airlines. Luxemburg (dpa) – Die EU-Kommission soll in den kommenden Jahren fairere Wettbewerbsbedingungen im internationalen Luftverkehr aushandeln. Die EU-Verkehrsminister gaben der Behörde am Dienstag in Luxemburg grünes Licht für Gespräche mit […]
07.06.2016
Fairen Wettbewerb, günstigere Tickets und neue Strecken erhofft sich die EU von neuen internationalen Luftverkehrsabkommen. Im Fokus stehen unter anderem die Golfstaaten und deren Airlines.
Luxemburg (dpa) – Die EU-Kommission soll in den kommenden Jahren fairere Wettbewerbsbedingungen im internationalen Luftverkehr aushandeln. Die EU-Verkehrsminister gaben der Behörde am Dienstag in Luxemburg grünes Licht für Gespräche mit Golfstaaten, der Türkei und dem südostasiatischen Staatenverbund ASEAN. Vor allem Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde zuletzt vorgeworfen, den internationalen Wettbewerb mit Subventionen für Airlines zu verzerren.
In den kommenden drei Jahren soll die EU-Kommission im Namen der Mitgliedsstaaten nun mit Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten verhandeln. Mit der Türkei sowie Staaten wie Thailand, Malaysia oder Singapur will Brüssel in den kommenden vier Jahren Gespräche über Abkommen führen. Die EU schätzt, dass bei erfolgreichen Verhandlungen mit der Türkei bis zu 48 000 neue Arbeitsplätze entstehen und Flugtickets bis zu 50 Prozent günstiger werden. Ein Abkommen mit den Golfstaaten könnte in den ersten Jahren bis zu 8,4 Milliarden Euro wirtschaftlichen Nutzens bringen.
Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) bezeichnete den Schritt als «zwingend notwendig». Für Deutschland sei wichtig gewesen, dass die EU-Kommission ein zeitlich begrenztes Verhandlungsmandat erhalte, da in dieser Zeit die Handlungsmöglichkeiten der Nationalstaaten eingeschränkt seien. Die Kommission hatte ein unbegrenztes Mandat gefordert. Die zeitliche Begrenzung schwäche die Verhandlungsposition der EU, monierte EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc.
Bulc erhofft sich von möglichen Abkommen zudem mehr Geschäftsmöglichkeiten für den Luftfahrtsektor in der EU. Neue Strecken sollten erschlossen und Fluggästen günstigere Preise angeboten werden.
Nach zwei Jahren Verhandlungen ist ein schriftlicher Zwischenbericht durch die EU-Kommission vorgesehen. So könnten nach Angaben Dobrindts die EU-Mitgliedsstaaten Einfluss auf die «Verhandlungsdynamik» der Behörde nehmen.