07.03.2016 Mitte der 60er Jahre wollte die Messe Berlin ihr Ausstellungsprogramm erweitern. Die erste Idee wurde verworfen, weil sie mit Waffen zu tun hatte. Die zweite Idee traf den Nerv der Zeit. Berlin (dpa) – Vom Deutschen Kulturinstitut in Kairo kam Manfred Busche 1965 zurück an seinen Studienort Berlin. Bei der Messegesellschaft fing der Volkswirt als […]

07.03.2016

Mitte der 60er Jahre wollte die Messe Berlin ihr Ausstellungsprogramm erweitern. Die erste Idee wurde verworfen, weil sie mit Waffen zu tun hatte. Die zweite Idee traf den Nerv der Zeit.

Berlin (dpa) – Vom Deutschen Kulturinstitut in Kairo kam Manfred Busche 1965 zurück an seinen Studienort Berlin. Bei der Messegesellschaft fing der Volkswirt als Prokurist an und wurde zum Initiator der heute weltweit führenden Reisemesse ITB. Der 82-Jährige lebt in der Nähe von Berlin.

Frage: Herr Prof. Busche, aus der Idee, eine Jagdausstellung zu gründen, wurde die Tourismus-Börse. Wie kam es dazu? 

Antwort: «Die Idee einer Jagdausstellung war und ist interessant. Nur im damaligen West-Berlin war das wegen Schusswaffen et cetera kaum realisierbar. Also verfolgten wir damals lieber die Idee einer Reisemesse. Besonderen Rat erhielt ich von Vertretern deutscher Reiseveranstalter wie Neckermann und Quelle und auch der Lufthansa.»

Frage: Heute lässt sich zu Reiseangeboten fast alles im Internet finden. Ist angesichts dessen ein Branchentreffen mit Tausenden Teilnehmern noch zeitgemäß und sinnvoll?

Antwort: «Das Branchentreffen ITB ist nicht nur zeitgemäß und sinnvoll. Es wird immer wichtiger, weil der persönliche Kontakt der Teilnehmer angesichts des Branchenwachstums immer wichtiger wird. Das gilt nicht zuletzt und sogar besonders in den Zeiten der Digitalisierung. Tourismus ist sehr personenbezogen, und das gilt auch für die im Tourismus Tätigen.»

Frage: Mitte der 60er Jahre war für viele Westdeutsche die Italienreise im eigenen Auto das erste große Urlaubsabenteuer. Worin besteht aus Ihrer Sicht heute das Abenteuer Reisen?

Antwort: «Das Urlaubsabenteuer wird nie eine Selbstverständlichkeit sein. Italienreise, Litauenreise, Norwegenreise, Bali-Reise, Rügen-Reise, all das wird immer ein Abenteuer sein, solange man die Augen offenhält. Neues gibt es immer zu entdecken.»

Interview: Bernd Röder, dpa