Korruptionverdacht bei EADS erhärtet sich
Wien (dpa) – Bei vermuteten Unregelmäßigkeiten beim Verkauf von Eurofighter-Kampfflugzeugen vom Rüstungskonzern EADS an Österreich vor zehn Jahren sind Ermittler auf eine Verbindung zum Rechtspopulisten Jörg Haider gestoßen. Die österreichische Staatsanwaltschaft ermittle auch gegen die von Haider gegründete Lakeside-Stiftung, bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, Thomas Vecsey, am Donnerstag. An die Stiftung sollen über Umwege […]
Wien (dpa) – Bei vermuteten Unregelmäßigkeiten beim Verkauf von Eurofighter-Kampfflugzeugen vom Rüstungskonzern EADS an Österreich vor zehn Jahren sind Ermittler auf eine Verbindung zum Rechtspopulisten Jörg Haider gestoßen. Die österreichische Staatsanwaltschaft ermittle auch gegen die von Haider gegründete Lakeside-Stiftung, bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, Thomas Vecsey, am Donnerstag.
An die Stiftung sollen über Umwege Millionen Euro von Eurofighter-Herstellerfirmen geflossen sein, berichtete der ORF. Unter anderem die Grünen sehen darin den Grund, dass Haider und seine damals an der Regierung beteiligte FPÖ nach anfänglicher Ablehnung den Kauf der Abfangjäger plötzlich befürworteten. Haider starb im Oktober 2008 bei einem Verkehrsunfall.
Der amtierende Stiftungsvorstand Hans Schönegger schloss mögliche Bestechung am Donnerstag aus. Das meiste Geld sei noch vorhanden, mit den Zinsen und kleineren Summen seien Forschungs- und Bildungsprojekte finanziert worden, sagte er dem ORF.
In Österreich wird seit langem vermutet, dass bei dem damals heftig debattierten Kauf von milliardenteuren Kampfflugzeugen Korruption im Spiel war. Die umstrittene schwarz-blaue Koalition unter dem konservativen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel hatte den Deal vor rund zehn Jahren verantwortet. Am Dienstag hatte es deswegen in Deutschland, Österreich und der Schweiz Durchsuchungen gegeben.