Viele Menschen möchten ferne Länder trotz Panik vor dem Flug bereisen. Tipps wie Atemübungen, Entspannungstechniken und die richtige Vorbereitung können Passagieren dabei helfen.

Ein Urlaub mit Freunden steht an. Das Ziel: Eine Woche Mallorca. Alle freuen sich auf Sommer, Sonne, Strand und Meer. Doch man selbst verspürt diese Vorfreude nicht. Die eigenen Gedanken drehen sich ausschließlich um den Flug und sind dabei mit Angst und Panik verbunden. Rund 15 Prozent der Deutschen leiden unter Flugangst, weitere 20 Prozent spüren beim Fliegen ein deutliches Unbehagen. Allerdings müssen diese Gefühlszustände nicht zwangsläufig ein Ausschlusskriterium für eine Reise mit dem Flugzeug darstellen. AERO INTERNATIONAL klärt über die Ursachen von Flugangst auf und gibt Tipps, wie diese überwunden werden kann.

Inhaltsverzeichnis: Was lässt sich gegen die Angst vor dem Fliegen tun?

  1. Flugangst und die Anzeichen von Betroffenen
  2. Gründe und Ursachen für eine Flugphobie
  3. Tipps und Tricks: Wie lässt sich die Angst überwinden?
  4. Fliegen mit Kindern – Nervosität vor dem Start
  5. Fazit: Was kann ich gegen Flugangst tun?

Was ist Flugangst und welche Anzeichen zeigen Betroffene?

Eine Flugphobie äußert sich häufig über die Panik vor dem Start oder der Landung sowie den permanenten Gedanken an einen Absturz des Flugzeugs. Außerdem macht es einigen Angst über den gesamten Flug hinweg in einem engen Raum eingesperrt zu sein. Während diese Bedenken bei einigen nur leicht ausgeprägt sind, verspüren andere ein starkes oder gar unkontrollierbares Unwohlsein. Teilweise stauen sich die beklemmenden Gefühle von Betroffenen bereits in den Monaten vor einer Reise an und können zu Einschränkungen im Alltag führen.

Die individuellen Symptome können wiederum von Person zu Person variieren. Oft treten vor oder während dem Flug Panikattacken auf. Die Anzeichen zeigen sich körperlich und psychisch. Typische Reaktionen sind etwa: Kurzatmigkeit, Schweißausbrüche, Zittern, Schwindel, Übelkeit, Herzklopfen, Benommenheit, Magen-Darm-Beschwerden oder Muskelverspannungen.

Flugphobie – Mögliche Gründe und Ursachen

Doch woher kommt es, dass manche Menschen der Flugangst ausgesetzt sind und andere nicht? Ein Grund für das Phänomen, sind traumatisierende Ereignisse aus der Vergangenheit – beispielsweise Turbulenzen oder Gewitter während einem Flug in der Kindheit. Weiterhin können sich mediale Berichterstattungen oder Filme zu Abstürzen oder Notlandungen auf die eigene Wahrnehmung auswirken. Und: Bei vielen ist die Panik vor dem Fliegen mit anderen Ängsten verbunden. Auch die Angst vor Höhe, engen Räumen oder Kontrollverlusten kann hier eine Rolle spielen.

Flugangst tritt darüber hinaus nicht nur bei Menschen auf, die noch nie in einem Flugzeug saßen, sondern auch Vielflieger können davon betroffen sein. Durch ein bestimmtes Erlebnis kann sie auch bei erfahrenen Passagieren hervorgerufen werden. Positiv wahrgenommene Flüge können Angstgefühle lösen, während sich diese bei Menschen, die deshalb nicht mehr fliegen verfestigen können.

Fensterreihe Flugzeug
Das Flugzeug gilt als das sicherste Verkehrsmittel. Unfälle sind statistisch gesehen sehr selten. Bild: Pixabay

Für alle, bei denen vor oder während einem Flug Panik aufkommt, ändern Statistiken vermutlich vorerst wenig. Dennoch zählt das Flugzeug zu den weltweit sichersten Verkehrsmitteln. Nach Angaben der International Air Transport Association IATA lag die Unfallrate im Jahr 2024 bei 1,13 Unfällen pro einer Million Flügen. Im Vergleich zu Autounfällen kommen Flugzeugunglücke damit selten vor. Diese Zahlen stehen im Einklang mit den sehr hohen Sicherheitsstandards in der Luftfahrt. Die Unwissenheit über die Technik und Sicherheitsbestimmungen an Bord gilt ebenfalls als Faktor, der Flugangst hervorrufen kann.

Atemübungen und Ablenkung: Wie lässt sich Flugangst überwinden?

Gerade für Geschäftsreisende, die beruflich auf den Flieger angewiesen sind, aber auch für alle anderen, die gerne ferne Länder erkunden würden, kann eine Flugphobie ein erhebliches Hindernis darstellen.

Für Passagiere gibt es eine Reihe von Tipps und Tricks, wie diese ihrer Angst entgegenwirken können. Das kann bereits mit der Vorbereitung auf eine Flugreise beginnen. So hilft es etwa sich im Vorfeld – zum Beispiel über Videos – mit den Fakten und Zahlen sowie den strengen Vorschriften aus der Luftfahrt vertraut zu machen. Ansonsten sollten sich die Gedanken der Betroffenen nicht ausschließlich auf den Flug fixieren, sondern stattdessen auf den Urlaub oder den Geschäftstermin danach. Außerdem kann die Phobie durch Stress begünstigt werden, weshalb Reisende unbedingt rechtzeitig zum Airport fahren und stets genügend Zeit einplanen sollten. Bei der Wahl der Sitzplätze besteht zumeist Entscheidungsfreiheit. Für alle, die Angst vor Turbulenzen oder der Höhe haben, ist ein Platz in der Mitte der Maschine in der Regel sinnvoller als am Fenster.

Im Flugzeug selbst, können Fluggäste das Kabinenpersonal vorab über das eigene Unbehagen informieren. Die Crew kann diese dann während dem Flug unterstützen und beruhigen. Bezüglich der Kleidung, können lockere und bequeme Klamotten zu einer gewissen Entspanntheit verhelfen. Hinsichtlich der Ernährung sollten schwere Speisen, die möglicherweise Übelkeit auslösen vermieden werden. Zudem sollten Passagiere, die zu Panik neigen auf Kaffee, Alkohol oder Drogen verzichten, da sie diese begünstigen können. Um in der Luft möglichst gelassen zu bleiben, können auch Atemübungen und Entspannungstechniken nützlich sein. Und zuletzt: Mit der richtigen Ablenkung – Musik, Filme oder Videospiele – geht der Flug schneller vorüber und die Umgebung kann ausgeblendet werden.

Bewirken die praktischen, persönlichen Tipps nichts, besteht immer noch die Möglichkeit professionelle Hilfe hinzuzuziehen. So bietet etwa das Lufthansa Aviation Training spezielle Flugangstseminare an. Des Weiteren können Psychotherapien wie die kognitive Verhaltenstherapie weiterhelfen. Vor der Einnahme von Medikamenten gegen das Unwohlsein im Flieger, sollten sich Reisende von einer Ärztin oder einem Arzt beraten lassen.

Wie Kindern die Angst vor dem Fliegen genommen werden kann

Verspüren bereits die Eltern ein unsicheres Gefühl beim Besteigen eines Flugzeuges, kann sich deren Angst auf die Kinder übertragen. Bereits im Zuge der Reisevorbereitungen empfiehlt es sich Kindern die Angst zu nehmen, indem ihnen die Prozesse und Abläufe an Bord kindgerecht erklärt werden. Das gibt kleinen Passagieren im Vorfeld zusätzliche Sicherheit. Wie bei Erwachsenen, hilft Ablenkung in der Luft – zum Beispiel mit Spielzeug – auch bei Kindern, sodass einem gelungenen Familienurlaub nichts mehr im Weg steht.

Zusammenfassung: Was kann ich gegen Flugangst tun?

  • Flugangst kann aus verschiedenen Gründen auftreten und äußert sich unter anderem durch Schweißausbrüche, Zittern oder Muskelverspannungen.
  • Im Vorfeld sollten sich Reisende über die Flugprozesse informieren und Stress vermeiden – im Flieger selbst können Atemübungen, die richtige Kleidung sowie Ablenkung helfen.
  • Die Flugangst von Kindern sollte von Eltern bereits im Vorfeld angegangen werden, wodurch diesen ein Gefühl der Sicherheit vermittelt wird.