Die Schonzeit für Griechenlands neu gewählte Regierung unter Alexis Tsipras scheint am Ende zu sein. Aufgebrachte Schüler und Lehrer gehen wegen der Missstände im Bildungswesen gemeinsam auf die Straßen. Und auch die Seeleute und Rentner machen Tsipras Ärger. Athen (dpa) – In Griechenland stößt das harte Sparprogramm der Regierung unter Ministerpräsident Alexis Tsipras auf immer […]

Die Schonzeit für Griechenlands neu gewählte Regierung unter Alexis Tsipras scheint am Ende zu sein. Aufgebrachte Schüler und Lehrer gehen wegen der Missstände im Bildungswesen gemeinsam auf die Straßen. Und auch die Seeleute und Rentner machen Tsipras Ärger.

Athen (dpa) – In Griechenland stößt das harte Sparprogramm der Regierung unter Ministerpräsident Alexis Tsipras auf immer heftigeren Widerstand. Aus Protest gegen die Kürzung ihrer Renten bestreikten die Seeleute am Montag den Fährverkehr, während gleichzeitig verärgerte Schüler und Lehrer gemeinsam auf die Straßen zogen. Rentner und Gewerkschaftsverbände kündigten Streiks und Proteste an.

Alle Schiffe der Küstenschifffahrt seien in den Häfen geblieben, teilte die Gewerkschaft der Seeleute (PNO) mit. Nur einige Fähren, die Migranten aus den Inseln der Ägäis zum Festland brachten, fuhren laut der Küstenwache noch. Der Streik soll am Mittwoch um 06.00 Uhr Ortszeit (05.00 MEZ) enden. Infolge des Streiks blieben zahlreiche Inseln, die keinen Flughafen haben, von der Außenwelt abgeschnitten. Die Seeleute protestieren auch gegen die weit verbreitete Schwarzarbeit, die hohe Arbeitslosigkeit sowie neue Regeln, mit denen die Zahl der Besatzungsmitglieder auf den Fähren reduziert wird.

Aus Wut über die Nichtbesetzung zahlreicher Planstellen in griechischen Schulen gingen am Montag Lehrer und Schüler gemeinsam auf die Straßen der Hauptstadt Athen. Der Staat stelle wegen des Sparprogramm kaum noch Lehrer ein, es gebe «Tausende Lücken», kritisierte die Gewerkschaft der Gymnasiallehrer (OLME). Schülerbands begleiteten die Protestaktion mit Live-Musik vor dem Hauptgebäude der Universität Athens, wie im griechische Fernsehen zu sehen war.

Als die Schüler und Lehrer den Platz vor dem Parlament erreichten, löste sich eine Gruppe von rund 50 Autonomen aus dem Demonstrationszug und schleuderte Steine gegen die Polizei und das Parlamentsgebäude. Die Lage beruhigte sich aber rasch, wie das griechische Fernsehen berichtete.

In den kommenden Tagen wollen zudem Rentner gegen Rentenkürzungen protestieren. Für den 12. November sind umfangreiche Streiks der wichtigsten Gewerkschaften des privaten und staatlichen Sektors geplant. Dann soll das griechische Parlament weitere Sparmaßnahmen billigen.