Der Angriff im Cockpit von Flydubai-Flug FZ1073 war von langer Hand vorbereitet. Israelischen Medienberichten zufolge wollte der tatverdächtige Erste Offizier die Boeing 737 MAX 8 gezielt auf dem Gelände des Flughafens Tel Aviv zum Absturz bringen.

Wie die „Times of Israel“ berichtet, hat der Copilot bei Vernehmungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten den Flughafen Tel Aviv als Ziel genannt. Sein Vorgehen soll er demnach detailliert geschildert haben: Noch im jordanischen Luftraum wollte er den Kapitän mit der an Bord mitgeführten Notfallaxt töten. Anschließend sollte die Maschine ihren Kurs so weiterfliegen, dass die Flugsicherung keinen Verdacht schöpft. Erst im Anflug auf Tel Aviv wollte er das Flugzeug gezielt über dem Flughafengelände abstürzen lassen.

Unabhängig bestätigt sind diese Angaben bislang nicht. Sie stammen aus Medienberichten, die sich auf die Aussagen des Beschuldigten gegenüber den Ermittlern stützen.

Kapitän und Passagiere verhindern die Katastrophe

Der Plan scheiterte bereits in der Ausführung. Trotz schwerer Verletzungen gelang es dem Kapitän, die Cockpittür zu öffnen. Passagiere drangen daraufhin in das Cockpit vor und überwältigten den Ersten Offizier. Zufällig reisten zwei Piloten der Airline als Passagiere mit. Sie übernahmen die Steuerung der Boeing 737 MAX 8 und brachten die Maschine sicher auf einem Flughafen in Saudi-Arabien zu Boden.

Insgesamt befanden sich 172 Menschen an Bord, darunter Passagiere und Besatzung. Ohne das schnelle Eingreifen hätten neben den Insassen auch zahlreiche Menschen am Boden in Gefahr geraten können.

Ermittlungen zu Flug FZ1073: Monatelange Vorbereitung

Besonders brisant ist der Zeitraum der Planung. Nach Darstellung der „Times of Israel“ hat der Tatverdächtige angegeben, den Flughafen Tel Aviv bereits im Juni 2026 erstmals für sein Vorhaben ausgespäht zu haben. Damit liegt der Verdacht nahe, dass die Tat über Monate vorbereitet wurde.

Zusätzliche Fragen wirft die berufliche Vorgeschichte des Copiloten auf. Medienberichten zufolge hatte Oman Air den Mann bei einem früheren Arbeitsverhältnis wegen erkennbarer Radikalisierung aus dem Dienst entfernt. Ob und wie diese Information bei seiner späteren Einstellung bei Flydubai eine Rolle spielte, ist bislang unklar.

Flydubai selbst äußert sich nur zurückhaltend. Die Airline verweist auf die laufenden Ermittlungen und hat bisher keine weiteren Details zu dem Vorfall bekannt gegeben.

Was der Fall Flydubai FZ1073 für die Flugsicherheit bedeutet

Der Zwischenfall rückt ein Thema erneut in den Fokus, das die Branche seit Jahren beschäftigt: die Gefahr durch Besatzungsmitglieder selbst. Spätestens seit dem Absturz von Germanwings-Flug 9525 im Jahr 2015, bei dem ein Copilot einen Airbus A320 absichtlich in den französischen Alpen zerschellen ließ, wird über psychologische Eignungsprüfungen, Hintergrundchecks und Regeln zur Cockpitbesetzung diskutiert.

Der Fall FZ1073 dürfte diese Debatte neu entfachen. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem die Frage, wie Informationen über auffällige Mitarbeitende zwischen Airlines weitergegeben werden und wo die Lücken im bisherigen System liegen.