Über 500 Beamte sollen sich um Speicherung von Fluggastdaten kümmern

Berlin, 18. April 2019

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Um die Speicherung und Auswertung der Daten von Fluggästen, die jedes Jahr in Deutschland ankommen oder abreisen, sollen sich in Zukunft 518 Beamte kümmern.

Ein Teil von ihnen ist jetzt schon aktiv. Wie die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion mitteilte, entstehen durch die Umsetzung der EU-Vorgaben zur Vorratsdatenspeicherung von Passagierdaten allein beim Bundesverwaltungsamt aktuell bereits jährliche Personalkosten in Höhe von 8,3 Millionen Euro.

Das seit 2017 geltende Fluggastdatengesetz sieht vor, dass die Reisedaten fünf Jahre lang gespeichert und zur Bekämpfung von Terrorismus und schwerer Kriminalität EU-weit ausgetauscht werden. Datenschützer kritisieren die anlasslose jahrelange Speicherung der Daten. 24 Mitgliedsstaaten haben bislang die EU-Richtlinie umgesetzt.

Der europapolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Andrej Hunko, sieht darin eine «aberwitzige Überwachung». Er forderte, Deutschland müsse sich europäischen Plänen für eine Ausweitung auf andere Verkehrsmittel entgegenstemmen.

Nach Angaben der Bundesregierung sind inzwischen 20 Luftfahrtunternehmen an die deutsche Fluggastdatenzentralstelle angeschlossen. Zwischen dem 29. August 2018 und dem 31. März 2019 wurden demnach Daten zu über 1,2 Millionen Passagieren gespeichert. Die Fluggastdaten werden automatisch mit den Fahndungsdatenbanken der Polizei und dem Schengener Informationssystem abgeglichen. Wie aus der Antwort der Regierung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, hervorgeht, wurden in dem genannten Zeitraum fast 95 000 «technische Treffer» erzeugt. Davon blieben nach einer Überprüfung zum Schluss 277 echte «Treffer» übrig, die der Bundespolizei gemeldet wurden. Wie viele dieser 277 Fluggäste dann festgenommen oder kontrolliert wurden, teilte das Innenministerium nicht mit.

dpa

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