Eine Bombendrohung durch einen Passagier hat am Montag den Flugbetrieb am Flughafen Stuttgart für rund eineinhalb Stunden vollständig zum Erliegen gebracht. Knapp 3.000 Reisende waren betroffen, mehrere ankommende Flugzeuge mussten zu anderen Airports ausweichen.

Am Flughafen Stuttgart ist es am Montagnachmittag, 5. Oktober, zu erheblichen Einschränkungen im Flugbetrieb gekommen. Auslöser war die Äußerung eines 24-jährigen Passagiers, der sich bereits im Sicherheitsbereich des Flughafens befand und gegenüber einer Mitarbeiterin angegeben haben soll, eine Bombe in seinem Reisegepäck zu haben.

Bombendrohung am Flughafen Stuttgart: Bundespolizei stoppt Flugbetrieb

Die Bundespolizei reagierte daraufhin mit umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen. Gegen 16.30 Uhr wurde der Flugbetrieb vollständig eingestellt und der Sicherheitsbereich der Terminals geräumt. Die dort befindlichen Passagiere mussten zurück in den öffentlich zugänglichen Bereich gebracht werden.

Fast 30 Flüge betroffen: Umleitungen nach Nürnberg und Karlsruhe

Während des Einsatzes waren weder Starts noch Landungen möglich. Anfliegende Maschinen mussten teilweise zu anderen Flughäfen ausweichen. Nach Angaben des Flughafens waren insgesamt fast 30 Flüge von den Maßnahmen betroffen. Neun Verbindungen wurden gestrichen, weitere neun Flüge umgeleitet. Als Ausweichflughäfen wurden unter anderem Nürnberg und Karlsruhe/Baden-Baden genutzt. Bei elf weiteren Verbindungen entstanden Verspätungen von bis zu drei Stunden.

Durchsuchung ohne Befund: Entwarnung nach 18 Uhr

Die Bundespolizei durchsuchte die betroffenen Bereiche des Flughafens. Hinweise auf eine Bombe oder eine andere konkrete Gefährdung wurden dabei nicht gefunden. Kurz nach 18 Uhr konnte Entwarnung gegeben und der Sicherheitsbereich wieder freigegeben werden. Anschließend wurde der Flugbetrieb schrittweise wieder aufgenommen.

Lange Warteschlangen: Rund 3.000 Reisende betroffen

Für die Passagiere waren die Auswirkungen damit allerdings noch nicht beendet. Da der Sicherheitsbereich vollständig geräumt worden war, mussten sämtliche Reisende erneut die Luftsicherheitskontrolle passieren. Vor den Kontrollstellen bildeten sich entsprechend lange Warteschlangen. Bis sich der Flugbetrieb wieder normalisierte, dauerte es mehrere Stunden.

Nach Angaben des Flughafens waren knapp 3.000 Reisende von dem Vorfall betroffen. Besonders deutlich wirkten sich die Einschränkungen aus, weil die Sperrung in die verkehrsreiche Zeit am späten Nachmittag und frühen Abend fiel.

Ermittlungsverfahren gegen 24-jährigen Passagier

Der 24-Jährige wollte nach Angaben der Bundespolizei nach Hurghada in Ägypten fliegen. Er wurde von seinem Flug ausgeschlossen. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten eingeleitet. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen befand sich der Mann wieder auf freiem Fuß.