Boeing hat auf Pariser Luftfahrtmesse knapp die Nase vorn
Airbus und Boeing haben es schwer, Kunden für ihre größten Flieger zu finden. Die Amerikaner können nun immerhin mit einem Großauftrag für die Frachtversion ihres Jumbo-Jets 747-8 rechnen. Insgesamt liegen die beiden Platzhirsche bei den Verkaufszahlen fast gleichauf. Le Bourget (dpa) – Im Auftrags-Wettkampf der großen Flugzeugbauer Boeing und Airbus hat der US-Konzern auf der […]
Airbus und Boeing haben es schwer, Kunden für ihre größten Flieger zu finden. Die Amerikaner können nun immerhin mit einem Großauftrag für die Frachtversion ihres Jumbo-Jets 747-8 rechnen. Insgesamt liegen die beiden Platzhirsche bei den Verkaufszahlen fast gleichauf.
Le Bourget (dpa) – Im Auftrags-Wettkampf der großen Flugzeugbauer Boeing und Airbus hat der US-Konzern auf der Pariser Luftfahrtmesse die Nase knapp vorn. Bis Mittwochnachmittag meldete Boeing Bestellungen und Vorverträge über 329 Flugzeuge im Wert von knapp 50 Milliarden US-Dollar (rund 44 Mrd Euro). Der europäische Rivale Airbus kam auf 310 Maschinen im Wert von 45,5 Milliarden Dollar. Während Bestellungen für den weltgrößten Passagierjet Airbus A380 weiter auf sich warten ließen, fand Boeing in Russland einen Kunden für die Frachtversion seines Jumbo-Jets 747-8.
Die Frachtfluggesellschaft Volga Dnepr will 20 Exemplare des Fracht-Jumbos ordern, wie Boeing mitteilte. Die Russen hätten eine Absichtserklärung unterschrieben. Die Bestellung würde die Produktion der 747-8 für weitere Jahre sichern. Die jüngste Generation Jumbo-Jets ist bei Fluggesellschaften vor allem in der Passagierversion kaum gefragt. Auch Rivale Airbus muss bei seinem Flaggschiff A380 um Neuaufträge ringen.
Glänzend verkaufen sich derweil Mittelstreckenjets wie der Airbus A320 und die Boeing 737. Ihre Messebilanz ziehen die beiden Platzhirsche üblicherweise am Donnerstag.
Dagegen konnte der aufstrebende kanadische Rivale Bombardier bislang keine neuen Kunden für seine erstmals präsentierte C-Serie vorweisen. Bombardier, bisher für kleinere Regionaljets bekannt, dringt mit den Mittelstreckenjets in die Domäne von Airbus und Boeing vor.
Unterdessen will Airbus den Umbau alter Passagierjets zu Frachtmaschinen in Dresden deutlich ausweiten. Die Elbe-Flugzeugwerke (EFW) sollen künftig neben dem ersten Airbus-Modell A300 und den größeren A330-Jets auch kleineren Mittelstreckenfliegern ein zweites Leben im Frachtgeschäft geben. In Dresden soll dazu eine neue, größere Fertigungshalle errichtet werden, wie ein EFW-Sprecher sagte. Auch die Zahl der derzeit rund 1200 Beschäftigten solle steigen.