London (dpa) – EADS-Chef Thomas Enders macht sich weiterhin nur wenig Hoffnung auf ein baldiges europäisches Drohnenprogramm. In einem Interview mit der «Financial Times» (Freitag) drängte der Manager die Regierungen, sich beim EU-Gipfel kommende Woche in Brüssel auf einen Zeitplan und ein Budget für die Entwicklung einer Drohne zu einigen. Nur so lasse sich der […]

London (dpa) – EADS-Chef Thomas Enders macht sich weiterhin nur wenig Hoffnung auf ein baldiges europäisches Drohnenprogramm. In einem Interview mit der «Financial Times» (Freitag) drängte der Manager die Regierungen, sich beim EU-Gipfel kommende Woche in Brüssel auf einen Zeitplan und ein Budget für die Entwicklung einer Drohne zu einigen. Nur so lasse sich der Rückstand zu den USA und Israel verringern, auf deren unbemannte Fluggeräte bislang auch europäische Streitkräfte zurückgreifen müssen. Er sei allerdings «nicht sonderlich optimistisch», dass es zu einer Einigung komme.

Enders forderte die Politik auf zu entscheiden, wie wichtig ihr eine eigene Rüstungsindustrie in Europa sei. Bisherige Anläufe für eine europäische Drohne, etwa für das geplante EADS-Modell «Talarion», scheiterten bereits in der Entwicklungsphase an der fehlenden Unterstützung der beteiligten Staaten. EADS hat gerade entschieden, 5800 Jobs vor allem im Rüstungs- und Raumfahrtgeschäft zu streichen. Grund dafür ist der Auftragsrückgang seitens der europäischen Regierungen.